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Rückblick: Oberfränkischer Imkertag

Oberfränkischer Imkertag in Münchberg: Wissenstransfer, Biodiversität und Transparenz bei der Honigprämierung

Das frisch renovierte Schützenhaus in Münchberg war am 15. März 2026 der ideale Austragungsort für den diesjährigen Oberfränkischen Imkertag. Organisiert vom Imker-Kreisverband Hof, traf sich die regionale Imkerszene, um sich über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen in der Bienenzucht auszutauschen. Mit rund 300 Besuchern aus ganz Oberfranken sowie dem benachbarten Vogtland war die Veranstaltung aus Sicht der Organisatoren ein voller Erfolg.

Praxisnahe Expertise aus dem Südharz
Das fachliche Herzstück des Tages bildeten zwei hochkarätige Vorträge. Als Hauptreferent konnte der renommierte Wanderimker Ralf Kolbe aus dem Südharz gewonnen werden. Kolbe überzeugte mit einem Vortrag, der nicht nur theoretisches Wissen vermittelte, sondern direkt anwendbare Lösungen für den Betriebsalltag bot. Er thematisierte die optimale Völkerführung im Frühjahr sowie die kritische Vorbereitung der Bestände auf den kommenden Winter. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Brutunterbrechung mittels Bannwabe – eine Methode, die zur effektiven Varroa-Bekämpfung beiträgt. 

Biodiversität als Zukunftsthema
Ergänzt wurde das Programm durch Dr. Andreas von Heßberg, Imker und Ökologe aus Bayreuth. Sein Referat zum Thema „Biodiversität in unserer Kulturlandschaft" lenkte den Blick über den eigenen Kastenrand hinaus. Von Heßberg unterstrich die immense Bedeutung einer artenreichen Umgebung für die Gesundheit und Zukunftsfähigkeit der Bienenvölker. Die Verbindung von ökologischem Verständnis und praktischer Imkerei fand bei den Zuschauern großen Anklang und regte zu zahlreichen Diskussionen an.

Transparenz und Klarheit: Der Infostand der Honigprüfer
Für besonders großes Interesse sorgte der Infostand der Honigprüfer, vertreten durch den Landesverband der Bayerischen Imker e.V. (LVBI), dem Dachverband der oberfränkischen Imker. Stefan Steppat und Michael Kratsch nutzten die Gelegenheit, um ausführlich über die jährliche Honigprämierung aufzuklären und als direkte Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Im Mittelpunkt stand die Aufklärung über den Ablauf der Prämierung und konkrete Tipps für die Einreichung. Anhand des D.I.B.-Prüfschemas erläuterten beide Experten detailliert, welche Kriterien bei der Begutachtung der eingereichten Honige bewertet werden. Ein wichtiger Punkt war die Klärung bezüglich der Verpackung: Viele Imker waren überrascht zu erfahren, dass auch Teilnehmer, die ihr Produkt in Neutralglas abfüllen, an der Prämierung teilnehmen können. Voraussetzung ist lediglich die Abfüllung der Einsendung in ein D.I.B.-Glas. Dies dient ausschließlich der Standardisierung, um sicherzustellen, dass keine Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund der Glasform erfolgt. Das entsprechende Etikett wird jedem Teilnehmer nach Anmeldung durch den LVBI zur Verfügung gestellt.
Ein besonderes Highlight für die Teilnehmer war die Möglichkeit, Ergebnisse des vergangenen Jahres noch einmal vor Ort besprechen zu lassen. Da Steppat und Kratsch Zugriff auf alle Protokolle hatten, konnten sie in vielen Fällen sogar Fotos der festgestellten Auffälligkeiten zeigen und konkrete Verbesserungsvorschläge machen.

Neben dem fachlichen Input und der Qualitätsberatung bot der Tag ein breites Angebot zur direkten Interaktion und Versorgung. Spezialisierte Anbieter wie die Firma BienenSchmidt, die Oberland Imkerei, sowie die Vogtländischen Werkstätten sorgten für die Versorgung mit hochwertigem Imkereibedarf. Besonders praktisch war die Möglichkeit der Wachsannahme, die vor Ort zur Weiterverarbeitung zu Mittelwänden genutzt wurde.

Bericht: Michael Kratsch, BZV Rehau und Leiter FB Honig