Imkerlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Drohnenschlacht

Am Ende des Bienensommers werden die Drohnen nicht mehr länger in den Völkern geduldet und notfalls aus dem Stock gezerrt. >Drohnen

Drohnenwabe

ein leeres Rähmchen, welches ins Volk gehängt wird, bauen die Völker mit Naturbau aus. Dieser besteht meistens aus Drohnenbau, d.h es werden dort Drohnenzellen (Durchmesser von 6,9 mm) aufgezogen. >Drohnen

Duftdrüse

Nassanoffsche Drüse, Sterzeldrüse. Der Duft dieser Drüse dient der Orientierung der heimkehrenden Sammlerin sowie auch beim Zusammenschluss eines Schwarmes. Die Bienen stülpen beim "Sterzeln", wie es der Imker nennt, die am hinteren Rand des Hinterleibes befindliche Drüse nach außen, strecken dabei ihren Hinterleib schräg nach oben und fächeln den Duft der Drüse mit ihren Flügeln den ankommenden Bienen entgegen.

Durchlenzung

Die Zeit der Frühjahrsentwicklung des Bienenvolkes vom Ende des Winters (Winterruhe) mit dem Reinigungsflug und dem Wiederbeginn der Bruttätigkeit bis hin zur ersten Tracht und der "Honigraumgabe".

Durchsicht

Um den Zustand der Bienenvölker zu beurteilen und ggf. Maßnahmen zur Völkerführung zu ergreifen, muss der Imker seine Völker "durchsehen". Dabei zieht er, je nach Witterung und Jahreszeit eine oder mehrere Waben und beurteilt anhand des sich ihm bietenden Bildes den Zustand des Volkes. Oft ergibt sich aber auch schon durch eine gezielte Fluglochbeobachtung ein sehr genaues Bild über den Zustand des Volkes.

Dzierzon

Dr. h. c. , Johann, 1811 - 1906; Pfarrer; imkerte zunächst in Strohkörben und Klotzbeuten, später im Christ'schen Magazin; verbesserte die Betreibsweise durch Einführung von beweglichen Holzleisten mit Wachstreifen (später Oberträger des Rähmchens), dem ersten Schritt zum  Mobilbau; wandte sich dem Magazin aber wieder ab und entwickelte die erste Hinterbehandlungsbeute mit beweglichen Waben (Lagerbeute); führte in großem Stil die Italienerbiene in Deutschland ein; Entdecker der Parthenogenese bei den Bienen; Universität München ernannte ihn zum Ehrendoktor; veröffentlichte seine Erkenntnisse in diversen Bienenzeitungen und Büchern;

Ecdyson

Verpuppungshormon; Hormon, welches von der Prothoraxdrüse der Bienenlarve gebildet wird und hauptsächlich die Häutungsvorgänge steuert;

Ei

Jede Biene beginnt ihr Dasein als Ei. Die Königin legt es auf den Grund der Zelle. Wegen seines stiftartigen Aussehens (Länge: ca. 1,7 mm, Durchmesser fast 0,4 mm) bezeichnen die Imker die Eier auch als Stifte. Am Vorhandensein von Eiern erkennt der Imker auch, dass eine Königin anwesend sein muss, das Volk also weiselrichtig ist, ohne die Königin selbst suchen zu müssen.
>Metamorphose

Eiablage

Das Ablegen von Eiern wird vom Imker auch als "Stiften" oder "Bestiften" bezeichnet. Die Königin prüft zunächst, indem sie den Kopf in die Zelle steckt, ob diese für die Eiablage geeignet ist (leer, geputzt) und welche Größe sie hat (Arbeiterbrut, Drohnenbrut). Dann dreht sie sich um, steckt ihren Hinterleib in die Zelle und heftet das Ei, welches gerade am Hinterleib ausgetreten ist, auf den Boden der Zelle. In die Arbeiterinnenzellen und Königinnenzellen (Weiselzellen) legt sie besamte Eier, in die Drohnenzellen unbesamte. Die Anzahl der an einem Tag abgelegten Eier ist stark von der Jahreszeit und der Volksstärke abhängig. Sie kann im Frühsommer bis über 1500 pro Tag ansteigen, während im Winter keine Eier abgelegt werden.

Eierstock

Teil der Geschlechtsorgane der Königin. Jeder der beiden Eierstöcke besteht aus etwa 180 Eischläuchen. Auch die Arbeiterinnen besitzen zwei Eierstöcke, wenn auch nur in verkümmerter Form (2 - 12 Eischläuche).

Einfliegen

Verlassen Jungbienen zum ersten Mal den Stock oder wurde ein Volk durch eine Wanderung an einen neuen Aufstellplatz gebracht, dann müssen die Bienen sich erst einfliegen, d. h. sie müssen sich die Umgebung des Stockes genau einprägen, damit sie später vom Trachtflug sicher nach Hause zurückkehren. Die Bienen drehen sich beim Einfliegen kurz nach dem Abflug sofort um und fliegen, mit dem Kopf stets zum Stock hin gerichtet, immer größer werdende Schleifen und Kreise. Dabei prägen sie sich das Aussehen des eigenen Stockes, des gesamten Bienenstandes und die nähere Umgebung genau ein. >Verstellen von Völkern

Einknäueln

Dringt eine fremde Königin in den Stock ein, so wird diese sogleich von einer ganzen Anzahl von Bienen umringt, die um den Eindringling einen festen Knäuel bilden. Sie beißen sich an der Königin fest und stechen sie schließlich ab. Dieses feindselige Verhalten tritt auch manchmal auf, wenn der Imker zu Unzeiten, besonders im Frühjahr, den Bienenkasten öffnet und dadurch für Unruhe sorgt. Es wurde dieses Verhalten aber auch schon beobachtet, wenn die junge Königin vom Paarungsflug zurückkehrt.

Einsiedlerbienen

solität lebende Biene >Wildbienen

Einweiselung

Zusetzen einer (meist jungen) Königin, >Ableger, >Kunstschwarm >Weisel

Einwinterung

Sammelbegriff für die Tätigkeiten des Imkers, seine Völker für den Winter vorzubereiten. Sie beginnt im August mit der Auffütterung und der ggf. ebenfalls jetzt vorzunehmenden Bekämpfung der Varroamilben  mit Ameisensäure und endet im September / Oktober mit dem Einengen des Flugloches auf eine Höhe von max. 7 mm. 

Endpflege

Moderne Verfahren der Königinnenzucht trennen den ganzen Ablauf in zwei Abschnitte, den der Anpflege und den der Endpflege. Es bezeichnet den Zeitraum in der Entwicklung der Königinnen, nachdem die angezogenen Zellen vom Anbrüter in meist weiselrichtige Endpflegevölker (Finisher) über Absperrgitter gehängt werden und dort sogar bis zum Schlüpfen bleiben können.

Entdeckeln

Haben die Bienen die Honigzellen gefüllt und ist der Honig reif, dann verschließen sie die Zellen mit einem Wachsdeckel. Dieser muss vor dem Schleudern entfernt werden. Zum Entdeckeln verwendet der Imker unterschiedliche Gerätschaften wie die Entdeckelgabel, Entdeckelmesser und in größeren Betrieben sogar Entdeckelungsmaschinen.

Entweiselung

Entfernen der Königin >Weisel

Enzyme

oder Fermente; von lebenden Zellen erzeugte Eiweißstoffe mit spezifischen Wirkgruppen, die als Katalysatoren chemische Reaktionen auszulösen, zu beschleunigen und zu lenken vermögen; Honig enthält u.a.  die >Invertase, >Diastase und >Glucose-Oxidase

Erwärmung des Honigs

Zum Verflüssigen eines kandierten, d.h. fest gewordenen Honigs sollte man diesen schonend, (z.B. im Wasserbad) auf maximal 40 °C erwärmen, damit die wärmeempfindlichen Bestandteile des Honigs nicht Schaden leiden. >Honig

Erweiterung

Zugeben von Waben, Mittelwänden oder sogar eines ganzen Magazins beim Erstarken des Volkes im Frühjahr, um Platz zu schaffen und damit auch gleichzeitig einem vorzeitigen Schwarmtrieb vorzubeugen;

Essigsäure

Die Dämpfe der E. töten Nosemasporen und Amöbenzysten. Sie eignet sich deshalb zur Desinfektion von Waben (nur außerhalb der Bienenvölker, im Wabenschrank oder Magazinstapel).

Fangwabe

befindet sich nur ein Wabe mit offener Brut im Volk, so sind die Varroamilben gezwungen, zur Vermehrung die Zellen auf dieser Wabe kurz vor dem Verdeckeln aufzusuchen. Entfernt der Imker diese eine Wabe nach der vollständigen Verdeckelung wieder aus dem Volk, so entnimmt er damit auch die in den Zellen "gefangenen" Varroamilben. >Bannwabe

Faulbrut

amerikanische (früher: "bösartige") Faulbrut; äußerst ansteckende, meldepflichtige Brutkrankheit, hervorgerufen durch den Paenibacillus larvae; zur Sanierung werden mit den Bienen Kunstschwärme gebildet.
europäische (früher: "gutartige") Faulbrut; wird durch verschiedene Bakterien (Bacillus alvae, verschiedene Streptococus-Arten) hervorgerufen. (nicht meldepflichtig), Selbstheilung


Feglingkasten

auch Kunstschwarmkasten; einfache Holzkiste mit Flugloch, Lüftungsgitter, Futteröffnung und einer Zusetzöffnung für die Königin; findet auch als Schwarmfangkiste Verwendung

Fett-Eiweiß-Polster

Speicherorgan für Reservestoffe der Honigbiene; die Winterbienen verfügen über einen gut ausgebildeten Fett-Einweißkörper, Im zeitigen Frühjahr werden diese Reservestoffe mobilisiert um die neu angelegte Brut zu ernähren

Figurenstock

oder Figurenbeute; meist aus einem Baumstamm ausgehöhlte und außen kunstvoll beschnitze Art einer Klotzbeute;

Filzbinden

Körperbehaarung der Biene auf dem Hinterleib; zur Rassebestimmung wird sowohl die Farbe als auch die Breite der Filzbindenbehaarung der Arbeitsbienen herangezogen; >Körung

Finisher

Endpflegevolk bei getrennter An- und Endpflege in der Königinnenzucht >Endpflege >Starter

Flachzarge

nur ca. 160 mm hohe Zarge im Magazinbetrieb; Ihr Einsatz bedingt eine eigene Betriebsweise, die Flachzargenbetriebsweise.

Flügelindex

neben dem Cubitalindex geben noch andere Merkmale des Flügelgeäders der Biene Aufschluss über den Grad der Reinerbigkeit; Radialindex, Präcubitalindex, Hantelindex und die Discoidalverschiebung >Körung

Flugkreis

auch Flugradius; Sammelbienen legen bei Trachtflügen je nach Witterung, Jahreszeit, Geländeformation und Trachtangebot unterschiedliche Entfernungen zurück; bis zu 1 km lohnt es sich noch gut für die Bienen, bis zu 2 km nur noch mäßig; Werden Völker an einen anderen Standort gebracht, so muss die Entfernung zum alten Platz mindestens 3 besser 5 km betragen, andernfalls die bereits eingeflogenen Bienen wieder an den alten Platz zurückkehren

Flugling

wird ein Volk oder nur ein Teil dessen auf kurze Entfernung an einen anderen Platz verstellt, dann fliegen alle Flugbienen an den "alten" Platz zurück und bilden dort einen Flugling. In dem verstellten Volk(-steil) bleiben die restlichen Pflege- oder Ammenbienen zurück (Brutling, Restvolk) Wird als Maßnahme der Schwarmverhinderung (Zellenflugling oder Königinnenflugling) angewandt.

Flugloch

(ganzjährig geöffnete) Ein- und Ausflugöffnung an der Beutenvorderseite

Fluglochbeobachtung

eine elegante Möglichkeit, am Verhalten der Bienen am Flugloch auf den Zustand des Volkes schließen zu können, ohne dabei die Beute öffnen zu müssen; gehört eigentlich an den Anfang einer jeden Durchsicht der Völker

Flumetrin

künstliches Pyrethroid; fettlöslicher Wirkstoff in Varroabekämpfungsmitteln;

Fluvalinat

künstliches Pyrethroid; fettlöslicher Wirkstoff in Varroabekämpfungsmitteln;