Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Varroabefall

lässt sich exakt nur durch Abtöten des Volkes, Auswaschen und Auszählen der Milben bestimmen;
Anhaltspunkte erhält der Imker durch die Untersuchung der Drohnenbrut, durch Auswaschen von ca. 30g Bienen und durch die Sommergemülluntersuchung

Varroabekämpfung

ohne eine Bekämpfung der Varroamilbe können Bienenvölker bei uns langfristig nicht überleben;Die Imker sind deshalb verpflichtet, ihre Völker gegen die Varroose zu behandeln.
Man unterscheidet:

Varroamilbe

früher: varroa jacobsoni; eine ursprünglich auf der Indischen Bienen Apis cerana beheimatete Milbe
Form: queroval, Farbe: mittel- bis dunkelbraun; Parasit; saugt die Haemolymphe der erwachsene Biene und der Bienenbrut; hohe Vermehrungsrate - schlüpft in eine Brutzelle, die kurz vor der Verdeckelung steht (bevorzugt werden Drohnenzellen), pflanzt sich in der verdeckelten Zelle fort und verlässt die Zelle beim Schlüpfen der adulten Biene wieder, zusammen mit 1-2 fortpflanzungsfähigen Töchtern;

Varroaresistenz

zweideutig:

  1. Widerstandsfähigkeit der Varroamilbe gegen Wirkstoffe in Tierarzneimittel;
    eine Dauerbehandlung der Völker mit zu niedrigen Dosen (subletal, nicht tötend, gerade noch zu überleben) führt nach bisherigen Erfahrungen zwangsläufig zur Ausbildung von Resistenzen; bislang schon nachgewiesen bei: Apistan® (Fluvalinat), Bayvarol® (Flumetrin) und Perizin® (Coumaphos)
  2. Wiederstandsfähigkeit der Bienenvölker gegen die Varroamilbe; >Zuchtziele

Varroose

früher: Varroatose;
Befall der Bienenvölker mit dem Parasiten varroa destructor;
ohne Bekämpfung gehen die Völker (Apis mellifera) unter den Bedingungen, die in Mitteleuropa herrschen, innerhalb weniger Jahre ein, während die Indische Biene Apis cerana mit dem Parasiten problemlos zurecht kommt;
hinzu kommen meist noch Sekundärinfektionen, z.B. mit dem APV

Ventiltrichter

zwischen Honigblase und Mitteldarm (Magen); verhindert ein Rückfließen von Verdauungsstoffen aus dem Mitteldarm in die Honigblase.

Verbrausen

Durch die Erschütterungen während eines Völkertransportes brausen die Bienen auf und erzeugen dabei Wärme. Normalerweise können sie die Temperatur im Innern der Beute gut regulieren. Sie fächeln Frischluft hinein, kühlen mit eingetragenem Wasser und verlassen, wenn's nötig ist, die Waben und drängen ins Freie. Bei geschlossenem Flugloch und zu geringer Frischluftzufuhr  entsteht im Volk eine Art Panik in deren Verlauf immer mehr Wärme entsteht, bis schließlich das gesamte Wabenwerk mit Brut, Honig und Bienen bei der Hitze zusammenbricht und das Bienenvolk elend verendet.

Verdunster

Sammelbegriff für eine ganze Anzahl von Geräten, die eine möglichst arbeitssparende, anwendersichere und effektive Verdunstung von Stoffen (in der Imkerei meist die Ameisensäure) ermöglichen; bekannte Beispiele sind der Nassenheider Verdunster, der Liebig-Dispenser und der Tellerverdunster

Vereinigen

wichtiger Eingriff des Imkers; schwache Völker, die (im Herbst) allein zum erfolgreichen Überwintern zu schwach sind oder (im Frühjahr) schwach aus dem Winter kommen und von denen deshalb kein Ertrag zu erwarten ist, werden mit starken Völkern vereinigt;

Verschulen

damit sich die meist in größerer Anzahl gezogenen Königinnen nach dem Schlüpfen nicht gegenseitig abstechen, werden die schlupfreifen Königinnenzellen einzeln mit einem Käfig vor dem Ausbeißen durch andere Königinnen geschützt. Jede Königin schlüpft dann in ihrem eigenen Käfig
>Königinnenzucht

Verstärken

Zugeben von Brutwaben (mit oder ohne) Bienen, um relativ schwache Völker zu stärken und zu Wirtschaftsvölkern mit Aussicht auf Ertrag werden zu lassen;

Verstellen

Bienenvölker an einen anderen Platz zu stellen bringt immer ein Problem mit sich, dass nämlich die Flugbienen (Sammlerinnen), die sich den Standort des Volkes genau eingeprägt haben, immer wieder an den alten Platz zurückfliegen. Dieses Problem besteht nicht, wenn die Völker über eine über den bisherigen Flugkreis hinaus reichende Entfernung verstellt werden. Dann fliegen sich alle Bienen wieder neu ein und keine Flugbiene geht verloren. >Einfliegen

Viruskranheiten

man unterscheidet Virusinfektionen der Brut und der adulten Biene
im Zusammenhang mit der Varroose treten folgenden Viruserkrankungen auf:
Verkrüppelte-Flügelvirus (Deformed Wing Virus), das Akute-Paralyse-Virus (Acute Paralysis Virus), das Langsame Lähmungsvirus (Slow Paralysis Virus SPV), das Kaschmir-Bienen-Virus (KBV) und das Trübe Flügelvirus (Cloudy Wing Virus CWV) (Quelle: Bieneninstitut Kirchhain)

Volksstärke

setzt sich zusammen aus der Anzahl der erwachsenen Individuen und der Anzahl der Brutzellen im Volk; sie lässt sich ziemlich exakt durch die "Liebefelder Methode" ermitteln; alle anderen Verfahren (z.B. das Zählen der bienenbesetzten Wabengassen oder Zargen) ist für eine richtige Beurteilung der Volksstärke und der Volksentwicklung zu ungenau

Vorschwarm

ist die erste Schwarmzelle gedeckelt, verlässt die alte Königin mit ungefähr der Hälfte der Bienen den Stock. Wenn der Imker nicht weiß, ob es sich um einen Vor- oder Nachschwarm handelt erkennt er dies spätestens bei der ersten Kontrolle des Schwarms. Findet er bereits wenige Tage nach dem Einlogieren des Schwarm bestiftete Zellen, handelt es sich um einen Vorschwarm mit einer begatteten Königin.