Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Sacharase

Der Gehalt an Sacharase ist ein Qualitätskriterium für Honig. >Invertase

Sacharose

>Rohrzucker

Sammelgut

dazu gehören: >Nektar, >Honigtau, >Pollen, >Propolis und >Wasser

Sanftmut

die Verteidigungsbereitschaft der Völker ist unterschiedlich stark ausgeprägt; im Allgemeinen gilt: Je näher man sich am Flugloch aufhält um so gefährdeter ist man, auch ein paar Stiche einzufangen.

Schaukasten

Am bekanntesten ist der Zwei-Waben-Schaukasten, in dem sich, wie der Name schon sagt, zwei Waben übereinander angeordnet befinden und auf welchen die Bienen von beiden Seiten durch eine Glasscheibe (gefahrlos) beobachtet werden können.

Scheibenhonig

Der in frisch ausgebaute Waben eingelagerte und verdeckelte Honig wird ausgeschnitten und mitsamt der Wabe angeboten. Vor allem der schwer schleuderbare Heidehonig wird in der Form zum Verkauf angeboten
>Wabenhonig

Schleuderraum

Sauberer, bienendichter Raum zur Gewinnung (und ggf. auch Verarbeitung) des Honigs.

Schlüpfen

Ist ihre Entwicklung abgeschlossen, nagt die fertige Biene den Zelldeckel ringsherum ab und zwängt sich, nicht ohne Kraftanstrengung, heraus. Der Kokon, in dem sich die Larve vor der Verpuppung eingesponnen hat, bleibt in der Zelle zurück. Hierauf beruht die allmähliche Dunkelfärbung der Brutwaben.

Schlupfkäfig

Schlupfkäfige werden vorteilhaft mit einigen Begleitbienen gefüllt, die der Königin beim Schlupf assistieren. >Verschulen

Schwänzeltranz

Liegt die Trachtquelle weiter als ca. 100 m vom Stand entfernt, vollführt die Kundschafterin  den Schwänzeltanz. Dabei läuft sie auf der Wabe die Form einer 8, also einer Figur, die aus zwei aneinander gereihten Halbkreisen besteht. Auf der Mittelstrecke zwischen den beiden Kreisen schwänzelt sie mit dem Hinterleib hin und her. Die Dauer und das Tempo des Tanzes geben die Güte der Trachtquelle an. Die Angabe der Himmelsrichtung steckt in der Richtung der Schwänzelstrecke auf der Wabe. Dabei orientiert sich die Biene am Sonnenstand.
>Tanzsprache

Schwarm

Wodurch der Schwarmtrieb ausgelöst wird, ist noch nicht restlos geklärt. Von großer Bedeutung ist die Volksstärke und Frühjahrsentwicklung, der Trachtverlauf und die Witterung. Beim Schwarmakt verlässt die Königin mit einem Teil der Bienen den alten Stock, sammelt sich für einige Zeit nahe dem Bienenstand, bis von den Spurbienen eine geeignete Behausung als endgültige Bleibe gefunden wurde. Man unterschiedet: Vorschwarm, Nachschwarm und als "Spezialfall" den Singerschwarm.
Vergl. auch >Kunstschwarm

Schwarmakt

der gesamte Vorgang beim Schwärmen der Bienen, beginnend mit dem Auszug des Schwarms, dem Sammeln des Schwarms in einer Schwarmtraube, der Erkundung der Umgebung und Suche einer geeigneten Behausung durch Kundschafterinnen und dem Einzug des Schwarms in das gefundene Domizil. >Schwarmtrieb

Schwarmfang

Nachdem sich der Schwarm in der Nähe des Bienenstandes gesammelt und eine Schwarmtraube gebildet hat, versucht der Imker, wenn er es denn überhaupt gemerkt hat, diesen einzufangen, indem er ihn in eine Schwarmfangkiste schüttelt. Ist die Königin mit in die Kiste gekommen, dann ziehen auch die übrigen aufgeflogenen Bienen durch einen Spalt in die Schwarmfangkiste. Anschließend wird die Kiste verschlossen und der Schwarm kommt für eine Nacht in einen kühlen, dunklen Raum. Hier bildet der Schwarm wieder eine Traube und kommt über Nacht zur Ruhe. Am nächsten Tag wird der Schwarm dann in eine richtige Beute einlogiert oder "eingeschlagen", wie es der Imker zuweilen auch nennt.

Schwarmneigung

Veranlagung eines Bienenvolkes zur Bildung von Schwärmen; Ist sie gering ausgeprägt, hat man es mit schwarmträgen Bienen zu tun. >Schwarmtrieb

Schwarmrecht

im BGB in einigen §§ festgelegtes Recht, >Bienenrecht.

Schwarmtraube

Jahreszeitlich betrachtet das "Gegenstück" zur Wintertraube; Bienen ketten sich, nachdem der Bienenschwarm den Stock verlassen hat, zunächst einmal irgendwo in der Nähe des Standes zu einer Schwarmtraube auf. Von hier aus erfolgt die Quartiersuche für die endgültige Bleibe des Schwarms.

Schwarmtrieb

erwacht  bei den Bienen von Natur aus in der Schwarmzeit. Dadurch ist der Fortbestand der Bienen gesichert, denn für sich allein kann eine Königin, im Unterschied zu den Wespen, nicht überleben. Die unterschiedlich starke Ausprägung dieses Triebes ist auch erblich bedingt. Schwarmträgheit, das heißt ein gering ausgeprägter Schwarmtrieb ist ein wichtiges Selektionskriterium für die Nachzucht.

Stufen des Schwarmtriebes - was kann der Imker bei der Kontrolle sehen und tun:
1. angezogene, sog. Spielnäpfchen (Imker tut nichts; ggf. erweitert er den Raum)
2. blank geputzte Näpfchen (Raum geben, Schröpfen)
3. bestiftete Näpfchen - Weiselzellen (meist hilft das Schröpfen nicht mehr - Weiselzellen ausbrechen oder Zwischenableger bilden)
4. angepflegte Weiselzellen mit üppig versorgten Königinnenlarven (Schwarm ist beschlossene Sache - Weiselzellen ausbrechen oder Zwischenableger bilden)
5. gedeckelte Weiselzellen (mit etwas Glück ist der Schwarm noch nicht ausgezogen - Kontrolle der umliegenden Bäume)
6. Schwarm hängt an einem Ast in der Nähe des Bienenstandes (Schwarm einfangen)
7. Schwarm hat sich auf und davon gemacht und ist in eine geeignete Behausung eingezogen (Pech gehabt - die Bienen sind futsch!)

Schwarmverhinderung

dazu zählen: das Schröpfen; das Ausbrechen der Weiselzellen und die vorübergehende Teilung des Volkes (>Flugling), auch Zwischenablegerbildung genannt und die Schwarmvorwegnahme. Alle Maßnahmen setzen ein rechtzeitiges Erkennen des erwachenden Schwarmtriebes voraus.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist das Zellenausbrechen eine geeignete Maßnahme, um - allerdings oft erst nach mehrmaliger Wiederholung - den Schwarmtrieb zum Erlöschen zu bringen.
Vorteile gegenüber dem Zwischenableger: Volksstärke bleibt erhalten, weniger Materialaufwand und dabei keine Ertragseinbuße
Nachteil: Es setzt ein äußerst korrektes Vorgehen voraus, denn wenn nur eine Schwarmzelle übersehen wird, zieht später der Schwarm aus!
Das Flügelschneiden verhindert einen möglichen Schwarmabgang nicht, es schafft dem Imker lediglich etwas mehr Zeit, geeignete Maßnahmen zu ergreifen; >Singerschwarm
> Schwarmvorbeugung, >Zellenbrechen

Schwarmvorbeugung

Sammelbegriff für Maßnahmen des Imkers, den Schwarmtrieb zu lenken und ggf. das Schwärmen zu verhindern; dazu zählen: das Schröpfen; das Ausbrechen der Weiselzellen und die vorübergehende Teilung des Volkes (>Flugling), auch Zwischenablegerbildung genannt und die Schwarmvorwegnahme.
Alle Maßnahmen setzen ein rechtzeitiges Erkennen des erwachenden Schwarmtriebes voraus.

> Schwarmverhinderung

Schwarmzeit

Meist in den Monaten Mai und Juni, selten noch im Juli, haben sich die Völker so stark entwickelt, dass bei ihnen der Schwarmtrieb erwacht. Kann zur arbeitsreichsten Zeit für den Imker werden, wenn er seine Völker ungehindert schwärmen lässt und keine geeigneten Schwarmverhinderungsmaßnahmen ergreift.

Schwefel

Beim Abbrennen bzw. Abglimmen von Schwefelstreifen bildet sich Schwefeldioxid SO2, ein farbloses, schleimhautreizendes, stechend riechendes und giftiges Gas, das die Wachsmotten und deren Larven (>Rankmaden), nicht jedoch deren Eier, tötet.
Zum Schutz des Wabenvorrats werden die Waben von manchen Imkern mehrmals in dreiwöchigem Abstand geschwefelt, d.h. Schwefeldioxid-Dämpfen ausgesetzt.
Schwefeldioxid ist auch für die Bienen tödlich. Z.B. stark verseuchte Völker (>Faulbrut) müssen abgeschwefelt, d.h. mit Schwefeldioxid abgetötet werden.
Vorsicht beim Einatmen dieses Gases!

Seimhonig

heute nicht mehr gebräuchlich;
im Gegensatz dazu: "kalt geschleuderter" Honig - eine heute überflüssige Werbeaussage, die aus der Zeit stammt, als die Honigschleuder erfunden und immer weitere Verbreitung fand und der kalt gewonnene "Schleuderhonig" in Konkurrenz zum Seimhonig trat.

Selektion

zu den wichtigsten allgemein anerkannten Selektionskriterien gehören u.a die Honigleistung, Sanftmut, Schwarmträgheit und die Winterfestigkeit

Singerschwarm

Stößt der alten Königin vor dem Ausschwärmen etwas zu, z.B. dadurch, dass sie der Imker quetscht , dann kommt es zu keinem echten Vorschwarm.
Der zuerst ausziehende Schwarm hat ja nur eine vor kurzem erst geschlüpfte unbegattete Königin und ist deshalb, obwohl es der erste Schwarm ist, eigentlich ein Nachschwarm.
Etwas ähnliches passiert auch, wenn die alte Königin flugunfähig z.B. durch einen gestutzten Flügel ist und beim Auszug des Schwarms ins Gras vor dem Bienenstand trudelt. Wenn die umherfliegenden Bienen sie nicht finden, kehren sie in den Stock zurück und ziehen ein paar Tage später, wenn die erste Jungkönigin geschlüpft ist, als Singerschwarm erneut aus.

Sklenar

Guido (1871 - 1953) einer der Urzüchter der Carnica (Volk Nr. 47); gründete in Österreich die erste Reinzuchtbelegstelle "Hirschgrund".

Smoker

Hier wird im Unterschied zur Imkerpfeife der Luftstrom nicht durch den Atemstrom erzeugt, sondern mit Hilfe eines Blasebalges.

Solitärbiene

Gruppe von meist kleinen und unscheinbaren Bienen, die, wie es der Name schon sagt, keinen Insektenstaat, wie die Wespen, Hummeln oder auch die Honigbiene aufbauen, sondern einzeln leben.
Die voll entwickelten Weibchen (Männchen werden nur zu deren Begattung benötigt) suchen einen geeigneten Nistplatz, entweder im sandigen Boden, graben Höhlen in Lößwände oder bohren Röhren in morsches Holz. Dort legen sie ihre Eier ab, versorgen sie noch mit Futter und verschließen den Nesteingang anschließend wieder.
In Deutschland gibt es über 500 Arten. >Wildbienen
>ausführliche Infos hier

Sommerbiene

hauptsächlich auf Grund der intensiven Brutpflege- und Sammeltätigkeit werden sie meist nur 15 - 48 Tage, höchstens jedoch 70 Tage alt ; >Winterbiene

Sommergemüll

zur Untersuchung des Sommergemülls wird die Windel nur für wenige Tage unter den Bienensitz (Boden) des Volkes geschoben. Anhand der abgefallenen Varroamilben lässt sich abschätzen, wie hoch der Varroabefall des Volkes ist und ob eine vorzeitige Behandlung des Volkes notwendig ist. Des weiteren lässt sich so auch der Behandlungserfolg und die Wirksamkeit der Behandlungsmethode beurteilen. Als Faustregel gilt (für die Monate Mai - August) täglicher Milbenabfall x 150 entspricht dem tatsächlichen Varroabefall; (für Oktober) eine Milbe pro Tag entspricht etwa 500 lebenden Milben im Volk

Sommertracht

nach der Frühtracht erfolgt die Sommertracht und u.U auch noch eine Spättracht
> Tracht

Sonnenwachsschmelzer

einfaches Gerät, welches mit Hilfe der direkten Nutzung der Sonnenenergie das Ausschmelzen der Waben ermöglicht

Sortenhonig

Honig, der überwiegend von einer Trachtpflanze stammt. Beispiel aus dem Allgäu: Löwenzahnhonig

Sprengel

Christian Konrad (1750 - 1816) erkannte den Zusammenhang von Blütenduft und Nektar und Bestäubungstätigkeit der Insekten

Stabilbau

Bezeichnung für eine heute nur noch in Ausnahmen vorkommende Art des Wabenbaus; Die Bienen bauen, ohne den Einsatz von Rähmchen, ihre Waben in ihren Behausungen oben und an den Seiten fest an und verankern sie dort so, dass es dem Imker nicht möglich ist, mit einzelnen Waben zu hantieren. >Bienenkorb >Mobilbau

stachellose Bienen

Meliponini; eine zwischen der eigentlichen Honigbiene und den Hummeln stehende staatenbildende Bienenart, die in allen tropischen und subtropischen Gebieten der Erde (Süd- und Mittelamerika, Afrika, Asien und Australien) vorkommt und z.T. auch der Honigproduktion dienen. vom Aussterben bedroht!

Standardzulassung

Während im Regelfall die Zulassung von Arzneimitteln bzw. die Registrierung auf Einzelantrag hin erteilt werden, wird bei Standardzulassung bzw. Standardregistrierung die Zulassung bzw. Registrierung für bestimmte Arzneimittel über eine Rechtsverordnung ausgesprochen. Das heißt, diese Arzneimittel sind von der Pflicht zur Einzelzulassung bzw. Einzelregistrierung freigestellt. (siehe § 36 des Arzneimittelgesetzes AMG)