Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Rähmchen

wurde unabhängig von einander von Berlepsch, Langstroh, Prokopowisch und dem Franzosen Debeauvoys erfunden; erst der Einsatz von Rähmchen ermöglichte den Austausch von einzelnen Waben; >Mobilbau >Stabilbau; Historisch bedingt sind in der Vergangenheit, vor allem im deutschsprachigen Raum, eine Vielzahl von Rähmchen in den unterschiedlichsten Abmessungen entstanden. Einige davon erlangten eine weite Verbreitung und wurden genormt:
"Deutsch-Normalmaß" (37 x 22,3 cm) "Kuntzsch-Maß" (33 x 35 cm); "Freudenstein-Maß" (33,8 x 20 cm); "Zander-Maß" 42 x 22 cm; "Gerstung-Maß" ( 41 x 26 cm);
weltweit fand das "Langstroth-Maß" (44,8 x 23,2 cm) und das "Dadant-Maß" (47 x 30 cm) oder "Dadant-Blatt" (43,5 x 30 cm) die weiteste Verbreitung

Reizfütterung

Alle Reizungsmaßnahmen haben sich als unwirksam erwiesen. Es gibt keine Möglichkeit, die Königin zu vermehrter Eiablage anzuregen.

Rickettsien

besondere Gattung der Bakterien, die sich jedoch nicht im Blut der Bienen vermehren sondern in Zellen (z.B. Fettkörper der Biene) und erst später ins Blut gelangen. H. Wille, (Liebefeld, Schweiz) äußerte vor mehr als 20 Jahren den Verdacht, dass diese für bestimmte Erscheinungen wie Krabbeln und einen verminderten Fettkörper verantwortlich zu machen sind. Inzwischen wissen wir aber, dass es sich hierbei nicht um Rickettsien, sondern um das Filamentous Virus (Faden Virus - das größte Bienenvirus) handelt.

Ruhr

keine Krankheit im engeren Sinn; tritt meist im zeitigen Frühjahr auf; mögliche Ursachen: Beunruhigung der Völker, welche eine vermehrte Futteraufnahme der Bienen zur Folge hat; ungeeignetes, ballaststoffreiches Winterfutter; langer, strenger Winter ohne zwischenzeitliche Ausflugmöglichkeiten;

Rundtanz

Beim Rundtanz beschreibt die heimkehrende Biene auf der Wabe enge Kreise, einmal links herum, einmal rechts herum. Diese bedeutet: "Sucht in der nächsten Umgebung des Bienenstandes!" Eine Angabe über die Himmelsrichtung enthält der Tanz nicht. >Tanzsprache,

Ruttner

Geboren am 15.5.1914 in Eger, Studierte zunächst Medizin und promovierte 1938 zum Dr. med..
Baute mit seinem Bruder Hans ab 1948 in Lunz, Niederösterreich eine Zuchtstation für Carnica auf. Während dieser Zeit studierte er an der Uni Wien Zoologie und schloss das Studium mit dem Doktor der Philosophie ab. 1957: Habilitation. 1965 - 1981 Tätigkeit am Institut in Oberursel (Uni Frankfurt).
Umfangreiche Arbeiten u.a. über Genetik, Zucht, Taxonomie, künstliche Besamung, Paarungsverhalten und Biogeografie, Mitbegründer der wissenschaftlichen Fachzeitschrift APIDOLOGIE; 1977 wurde in Oberursel erstmals in Deutschland die Varroamilbe gefunden. Seit dieser Zeit intensive Forschung über die Varroose und Prüfung von Medikamenten. Zahlreiche Veröffentlichungen; Ruttner starb am 3. 2. 1998 in Lunz.