Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Paarung

>Belegstellen >künstliche Besamung

Paenibacillus larvae

Erreger der amerikanischen Faulbrut,

>Brutkrankheit

Panzerzeichen

wird zur Merkmalsbeurteilung und Rassebestimmung der Bienen herangezogen; >Rasse >Körung

Paradichlorbenzol

Da Paradichlorbenzol fettlöslich ist und sich deshalb auch im Bienenwachs anreichert, sind Präparate mit diesem Wirkstoff zur Wachsmottenbekämpfung nicht geeignet.

Parasiten

Lebewesen, welche sich von Körperflüssigkeiten (meist Blut) ernähren;
>Varroamilbe

Parthenogenese

Im Tierreich können ausnahmsweise auch Nachkommen aus unbefruchteten Eiern hervorgehen; hauptsächlich bei Würmern, Krebsen und Insekten; bei den Bienen entstehen aus unbefruchteten Eiern die Drohnen;

Perizin®

Der Wirkstoff von Perizin® - Coumaphos - ist fettlöslich und reichert sich im Wachs an. Das Mittel wird wegen der Rückstandsproblematik nicht mehr zur Bekämpfung der Varroamittel empfohlen. >Varroose

Pflanzenschutzmittel

>Pestizide, >Insektizide, >Fungizide, >Herbizide; Im Pflanzenschutzgesetz wird der Einsatz der Pflanzenschutzmittel geregelt; >Bienenschutzverordnung

Pflegevolk

>Königinnenzucht

>Weiselzellen

Pheromon

Während Hormone ihre Wirkung innerhalb eines Individuums ausüben, entfalten Pheromone ihre Wirkung zwischen mehreren Individuen. >Königinnensubstanz

Pollen

Herkunft

Wie jedes Lebewesen, so benötigt auch die Biene Eiweiß zu ihrer Ernährung. Pollen (Blütenstaub) ist Eiweißnahrung zur Aufzucht der Brut und zur Versorgung der erwachsenen Biene. Pollen sind die männlichen Keimzellen der Blütenpflanzen. Sie werden in den Staubbeuteln produziert und sind so winzig, dass man sie nur unter dem Mikroskop sehen kann. Dabei zeigt sich jedoch, dass jede Pflanzenart - vergleichbar dem Fingerabdruck eines Menschen - ein ganz typisches, in Form und Farbe unverwechselbares Pollenkorn besitzt. Da auch immer Pollen im Honig gefunden wird, lässt sich über eine Pollenanalyse sowohl die Honigsorte als auch dessen Herkunft bestimmen. Beim Blütenbesuch bleiben die Pollenkörner im Haarkleid der Biene hängen. Verlässt die Biene dann die Blüte, so bleibt sie eine Zeitlang gleichsam schwebend in der Luft stehen und bürstet sich die Pollenkörner in die Pollenkörbchen an ihren Hinterbeinen. Diese Pollenpakete, auch Pollenhöschen genannt, transportiert die Sammlerin in den Stock und streift sie in eine Zelle ab. Stockbienen übernehmen die weitere Verarbeitung des Pollens in den Waben. Inhaltsstoffe

Pollen enthält alle Stoffe, die der menschliche Organismus zum Leben braucht: Eiweiß, Fett, Kohlehydrate. Daneben finden sich noch Vitamine, Spurenelemente, Aromastoffe sowie Substanzen mit antibiotischer Wirkung im Pollen. Er ist deshalb als Ergänzungsnahrung sehr zu empfehlen.

Gewinnung und Behandlung

Ein durchschnittliches Bienenvolk sammelt pro Jahr etwa 10 bis 40 kg Frischpollen, der für die Aufzucht der Brut und den bieneneigenen Stoffwechsel gebraucht wird. Während einer guten Pollentracht kann der Imker durch den Einsatz speziell konstruierter "Pollenfallen" einen Teil des eingetragenen Pollens ernten.

Angebot an einheimischem Pollen

Der frisch eingetragene Pollen würde wegen seines hohen Wassergehalts sehr schnell verderben. Er muss deshalb sofort tiefgefroren oder getrocknet werden. Die Gewinnung und Verarbeitung von Pollen ist recht zeit- und arbeitsaufwändig, weshalb nur sehr wenige Imker hier zu Lande einheimischen Pollen anbieten können. Und noch einen anderen Grund gibt es, warum wir Imker auf eine intensive Pollenernte verzichten (müssen). In unserer weitgehend ausgeräumten Natur ist das Pollenangebot für unsere Bienenvölker sowieso schon eher spärlich. Durch eine auch nur teilweise Wegnahme des Pollens würde die Entwicklung unserer Bienenvölker u.U. stark gebremst. Diese Schwächung der Bienenvölker will verständlicherweise keiner von uns Imkern in Kauf nehmen. Eine Alternative zum einheimischen Pollen bietet der Naturkostladen mit dem Angebot von Pollen aus anderen Ländern, in denen die klimatisch bedingten Erntevoraussetzungen wesentlich besser sind.

"Schützt die Weidenkätzchen und die anderen Frühblüher"

Weidenkätzchen, Erlenzäpfchen und Haselwürstchen, Kornelkirsche, Seidelbast und Zaubernuss: dies sind die ersten blühenden Sträucher oder Bäume, die nach dem Winter die ersten Nahrungsquellen für unsere Bienen darstellen. So schön diese Zweige von Weidenkätzchen und Hasel auch unsere Wohnungen zieren, so sehr dienen deren Blütenpollen den bestäubenden Insektenarten, allen voran unseren Bienen als Nahrungsquelle. Es ist zwar rechtlich nicht verboten, einzelne Zweige für die Wohnung oder den Hausflur zu schneiden. Es sollte uns jedoch bewusst sein, dass diese ersten Nahrungsquellen der Bienen für sie eine überlebenswichtige Bedeutung haben. Der Eiweiß- und Fettgehalt in diesen verschiedenen Blütenpollen ist für die Honigbiene ausschlaggebend für die Entwicklung des Bienenvolkes im ganzen Frühjahr. Dabei hat gerade die Honigbiene für die Blütenbestäubung sehr vieler Kulturgewächse, insbesondere von nahezu allen Obst- und Ziergehölzen, eine herausragende Bedeutung. Wir Imker bitten daher besonders, die ersten Blütensträucher im Frühjahr nicht zu plündern, sondern diese der Natur und damit unseren Bienen zu erhalten. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Pollenmilbe

Vorratsschädling; frisst Pollen

Prokopowitsch

einer der Erfinder des Rähmchens und des Absperrgitters;

Prolin

Der Prolingehalt des Honigs wird im Labor bestimmt und kann als Kriterium für die Reife des Honigs, wie auch zur Bestimmung von Honigverfälschungen (Beimengung von Zucker) herangezogen werden.

Propolis

Herkunft
Die Bienen sammeln an den Knospen verschiedener Bäume (Birke, Weide, Pappel, Kastanie, Kiefer u. a.) oder auch von Stellen an Bäumen, an denen es direkt austritt den Rohstoff, den die Bienen dann zu Kittharz oder Propolis "veredeln". Sie nagen kleine Harzstückchen ab und transportieren sie, wie die Pollen, in den Höschen der Hinterbeine in den Stock. Eine unglaublich mühsame Arbeit!

Die Bienen fügen dem Sammelgut noch körpereigene Stoffe hinzu und verwenden es dann für verschiedene Zwecke. Sie überziehen z.B. alle Innenflächen des Bienenstockes und auch die Waben mit einer hauchdünnen Schicht Propolis. Auch Risse und Spalten in ihren Behausungen werden damit verkittet. Eingedrungene und tote Tiere, die von den Bienen nicht aus dem Stock entfernt werden können, wie z.B. eine tote Maus, werden ebenfalls mit Propolis überzogen (einbalsamiert) und dadurch vor Verwesung geschützt.

Inhaltsstoffe und Verwendung
Wenn man bedenkt, wie viele Bienen - im Sommer sind es bis zu 40.000! - in einem Stock auf so engem Raum zusammenleben, ist es doch verwunderlich, dass es nicht öfter zu Erkrankungen kommt. Die Sammlerinnen schleppen viel in den Stock und überall lauern doch Krankheitskeime. Dass es zu keinen Krankheiten kommt, verdankt die Biene zum einen ihrem ausgeprägten Reinlichkeitssinn (Putztrieb), zum anderen aber auch in ganz besonderem Maße dem vielfältigen Einsatz des Kittharzes. Es wirkt nämlich nachweislich keimabtötend. Diese antibiotische Wirkung des Kittharzes macht sich auch der Mensch in der Naturheilkunde, speziell in der "Apitherapie" schon seit langem zunutze.

Gewinnung
Propolis kann durch Abkratzen von Rähmchentrageleisten, Seitenteilen und Auflageschienen der Magazine gewonnen werden. Es ist dann meistens noch durch Fremdkörper, wie etwa Holzteilchen verunreinigt.

Propolis ist in Alkohol (Äthylalkohol oder Weingeist) löslich. In Apotheken ist u. a. Propolistinktur erhältlich, die vielseitig anwendbar ist. Über die Anwendung, Wirkungen, Risiken und Nebenwirkungen klärt Sie der Apotheker auf.

Des weiteren bietet der Handel auch kosmetische Artikel (Cremes) mit einer Beimengung von Propolis an.

Punktaugen

Neben den auffälligen Facettenaugen besitzten die Bienen noch drei kleine Punktaugen, von denen man annimmt, dass die Biene damit hell-dunkel unterschieden kann

Pyrethroide

fettlöslich, reichert sich im Wachs an; >Fluvalinat, >Flumetrin