Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

Wir weisen an der Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass alle Seiten dieser Domain urheberrechtlich geschützt sind. Jegliche Nutzung bedarf unseres Einverständnisses.

Möchten Sie einen einfachen Link von Ihrer Website auf das Imkerlexikon setzen, so nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Lachniden

Familie der Baum- oder Rindenläuse; Erzeuger des Honigtaus; die bienenwirtschaftlich wichtigsten Lachniden auf der Fichte: die rotbraun bepuderte Fichtenrindenlaus (Cinara pilicornis) die stark bemehlte Fichtenrindenlaus (Cinara costata) und die große schwarze Fichtenrindenlaus (Cinara piceae); letztere ist der Hauptverursacher einer Melezitosetracht ; auf der Tanne: grüne Tannenhoniglaus (Cinara pectinatae) und die große schwarzbraune Tannenrindenlaus (Cinara confinis) >Waldhonig >Tannenhonig

Lagerbeute

Oberbehandlungsbeute, in der die Waben für Brut und Honig in einer Etage, entweder nebeneinander oder hintereinander, angeordnet sind

Lagertemperatur

Die optimale Lagertemperatur für Honig beträgt 12 - 14° C

Längsbau

Anderer Ausdruck für Kaltbau

Langstroth

Lorenzo Lorraine, (1810 - 1895) "Erfinder" des Magazins mit einem Rähmchenmaß von 44,8 x 23,2 cm; Entdecker des "Bienenabstands" (bee-space), des natürlichen Abstandes zwischen den Waben und der Beutenwand (8 mm ± 2 mm); Hält man ihn ein, kommt es zu sehr geringen bzw. gar keinen Verbauungen

Läppertracht

 Tracht, welche keine Ernte für den Imker verspricht sondern nur das für die Bienen gerade notwendige einbringt

Larve

Entwicklungsstadium der Insekten (der Biene) >Metamorphose; die Dauer des Larvenstadiums ist bei den drei verschiedenen Bienenwesen verschieden. Sie beträgt bei der Arbeiterin 9 Tage, beim Drohn 11 und bei der Königin nur 7 Tage. Während der Larvenzeit kommt es zu 5 Häutungen, die letzte findet im Verborgenen der verdeckelten Zelle statt und leitet die Verpuppung ein; ernährt werden die jungen Larven mit dem Drüsenfuttersaft der Ammenbienen, ältere Arbeiterinnenlarven erhalten Honig und Pollen beigemischt

Lebensdauer

wir unterscheiden langlebige Winterbienen und kurzlebige Sommerbienen.
Die Lebensdauer der Bienen hängt im Wesentlichen ab von  Juvenilhormongehalt des Blutes, vom Erbgut und der Umwelt, von der Ernährung und der Brutpflegetätigkeit sowie der Sammeltätigkeit.

Lecanien

neben den Lachniden zählen auch die Lecanien (Fichtenquirlschildläuse) zu den Honigtauerzeugern; im Gegensatz zu den Lachniden sitzen sie fest und es gibt auch pro Jahr nur eine Generation; Wir unterscheiden die kleine Lacanie (Physokermes hemicryphus) und die große Lecanie (Physokermes piceae)

Lehrbienenstand

Bienenstand, der in erster Linie zur Schulung von Imkern, aber auch für Führungen und dergleichen für interessierte Laien eingerichtet und benutzt wird; Träger der Lehrbienenstände sind häufig die Imker-Ortsvereine, aber auch Kreisvereine, die dann überörtliche Schulungen anbieten.

Leistungsprüfung

Zur Erfassung und Beurteilung der verschiedenen Leistungskriterien, wie z.B. Sanftmut, Schwarmtrieb, Honigleistung (Sammeleifer) und Krankheitsanfälligkeit sowie auch bestimmter Körpermerkmale (>Körung) werden Bienenvölker, meist in Geschwistergruppen unter gleichen Bedingungen einer ein- bis zweijährigen Prüfung unterzogen. In Bayern wurden für diesen Zweck drei staatlich anerkannte Prüfhöfe aufgebaut; Verkaufszüchter und insbesondere die anerkannten Reinzüchter sind aufgefordert, in bestimmten Abständen sich einer solchen objektiven Leistungsprüfung zu unterziehen;

Leitfähigkeit

Honigtauhonige haben eine höhere elektrische Leitfähigkeit als Blütenhonige; die Messung der elektrischen Leitfähigkeit (im Labor) gibt, neben vielen  anderen Kriterien, zusätzliche Hinweise, ob es sich bei einer Honigprobe um Waldhonig oder Blütenhonig handelt;

Liebefelder Schätzmethode

eine sehr genaue und trotzdem nicht allzu arbeitsaufwändige Methode zur Ermittlung der Volksstärke und der Volksentwicklung; entwickelt wurde diese Methode am Schweizerischen Zentrum für Bienenforschung in Liebefeld (Bern) Eine ausführliche Anleitung zum Erlernen dieser Methode wird auf der Homepage des Instituts zum Download (als pdf-Datei) angeboten.

Lockenwickler

wird als Käfig für Königinnen verwendet; >Verschulen;

Löwenzahnhonig

hocharomatischer Sortenhonig mit typischem Geschmack und ausgeprägt gelber Farbe; Allgäuer Spezialität; Der Nektar stammt überwiegend vom Löwenzahn, Taraxacum officinalis. Löwenzahnhonig kristallisiert auf Grund seines hohen Glucose- (Traubenzucker) Anteils schon nach wenigen Tagen und wird deshalb vom Imker meist in feinsteifer, cremiger Konsistenz angeboten.
Unter der Bezeichnung "Löwenzahnhonig" findet man gelegentlich auch eine Art Zuckersirup, bei dem Löwenzahnblüten mit Wasser gekocht werden, reichlich Zucker hinzugegeben wird und dieses durch weiteres Kochen langsam eingedickt wird. Die Bezeichnung "Löwenzahnhonig" trägt dieser Sirup zu Unrecht, da es sich hierbei um keinen Honig handelt. >Honigverordnung

Ludwig

August, (1867 - 1951); Pfarrer und Schüler Gerstungs; lehrte an der Universität Jena das Fach "Bienenkunde" und leitete den Uni-Lehrbienenstand; Mitgründer des " Deutschen Reichsvereins", später "Deutscher Imkerbund"