Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Käfig

kleines, mit Drahtgitter versehenes oder aus Kunststoff hergestelltes Behältnis, welches als kurzzeitiges "Gefängnis" für Königinnen sowie evtl. "mitgefangener" Begleitbienen beim Zusetzen (Zusetzkäfig), beim Postversand (Versandkäfig) von Königinnen oder beim Verschulen (Schlupfkäfig) verwendet wird;

Kalkbrut

eine durch einen Schimmelpilz (Ascosphaera apis) hervorgerufene Brutkrankheit; erblich bedingt? empfohlen wird deshalb das Auswechseln der Königinund nicht von kalkbrütigen Völkern nachzuziehen; Faktorenkrankheit - Standortwechsel; Krankheit verschwindet oft auch von selbst

kalt geschleudert

eine heute überflüssige Werbeaussage, denn Honig kann immer nur "kalt" geschleudert werden; 
Die im Deutschen Lebensmittelbuch festgelegten Qualitätskriterien liegen aber weit unter den Qualitätskriterien des Deutschen Imkerbundes e. V. (D.I.B.).
>Seimhonig

Kaltbau

Wabenstellung, bei der die Rähmchen längs zum Flugloch hin angeordnet sind; Gegensatz: >Warmbau

Kapbiene

Apis mellifera capensis; Afrikanische Rasse der Honigbiene; Südafrika

Kaschmir-Bienen-Virus

KBV, oder kurz: Kaschmir-Virus; ursprünglich bei der Apis cerana vorkommender Virus. Positive Befunde bei  apis mellifera-Völkern liegen bisher für Kanada, USA, Australien, Neuseeland, Tasmanien, Papua-Neuguinea und die Fidschi-Inseln vor. Innerhalb Europas wurde es bis vor kurzem nur in einer Untersuchung in Spanien 1997 nachgewiesen; 2003 wurde es auch am Institut in Kirchhain (Hessen) nachgewiesen. Es besteht der dringende Verdacht, dass der KBV erst in jüngster Zeit durch Bienenimporte aus den oben genannten Befallsregionen eingeschleppt wurde.
Über die Auswirkungen auf die Bienenvölker, insbesondere bei gleichzeitigem Varroabefall liegen sehr unterschiedliche Berichte vor. Da der Kaschmir-Virus und der Akute-Paralyse-Virus sehr nahe verwandt sind, lässt vermuten, dass ein Befall ähnlich die Wirkung hervorruft.

Kaukasische Biene

Apis mellifera caucasica; ursprünglich im Zentralkaukasus beheimatet; Aussehen: nicht einheitlich, dunkel bis schwarz; Eigenschaften: sanft, ruhig, schwarmträge; anfällig für Nosema; stark kittend (>Propolis)

Kehrle, Bruder Adam

(1898 - 1996), weltberühmter Bienenzüchter; geboren in der Nähe von Biberach (Oberschwaben) lebte und wirkte in Buckfast-Abbey; schuf die Buckfast-Biene

Kehrschwarm

andere Bezeichnung für Kunstschwarm

Kellerhaft

Begattungskästchen (Kunstschwarm) kommen nach dem sie gefüllt wurden, für ein paar Tage an einen kühlen und dunklen Ort (muss nicht unbedingt der Keller sein!); auch der Naturschwarm verbringt einen Tag in "Kellerhaft". >Schwarmfang

Killerbienen

afrikanisierte Bienen Südamerikas

Klotzbeute

ein ausgehöhlter Baumstamm, der teilweise sogar kunstvoll verziert wurde (>Figurenstöcke) und in dem Bienen gehalten wurden. >Waldbienenzucht Heute werden Klotzbeuten nur noch zu Schauzwecken aufgestellt.

Königin

auch Weisel genannt; einziges voll entwickeltes Weibchen im Bienenstaat; ihre Aufgabe besteht darin, Eier zu legen und damit für Nachkommen und den Fortbestand des Volkes zu sorgen; Darüber hinaus sorgt sie durch die Abgabe der Königinnensubstanz an die Arbeiterinnen für Harmonie und den Zusammenhalt des Volkes; die Entwicklung der Königin vom Ei bis zum fertigen Insekt dauert nur 16 Tage; sie wird u. U. bis zu fünf Jahre alt; Häufig werden die Königinnen mit einem farbigen Plättchen versehen. >Zeichnen

Königin-Zusetzen

>Einweiselung >Umweiselung; In Imkerkreisen werden allerlei Tricks propagiert, das Risiko, dass die Königin vom Volk nicht angenommen wird, zu mindern. Als relativ sicher gilt nur die Einweiselung in einen Brutableger mit ausschließlich gedeckelter Brut und die Bildung eines Kunstschwarms; 

Königinnen-Flugling

wirkungsvolle Methode der Schwarmverhinderung, welche dem natürlichen Ablauf des Schwärmens am nächsten kommt.; wird auch als "Schwarmvorwegnahme" bezeichnet; >Flugling, >Zellen-Flugling

Königinnensubstanz

in den Mandibeldrüsen der Königin erzeugtes Pheromon, welches von den Bienen begierig aufgenommen und an alle Stockgenossinnen weiter gegeben wird; sorgt für den Zusammenhalt des Volkes; hemmt die Ausbildung der Eierstöcke von Arbeiterinnen (Entstehen von Afterweisel); Verhindert das Anlegen von Nachschaffungs- und Schwarmzellen;

Königinnenzucht

umfasst alle Arbeitsschritte von der Auswahl des Zuchtmaterials über die künstliche Einleitung der Königinnenvermehrung (Methoden: Umlarven, Bogenschnitt, Wabenstreifen- und Zellenschneiden) bis hin zum Schlüpfen der jungen Königin

Korbbienenzucht

Der Strohkorb als Bienenbehausung entstand vermutlich schon zu Zeiten der Germanen. Neben der "Hausbienenzucht" entwickelte sich die Waldbienenzucht (Zeidlerei), ein im hohen Mittelalter mit besonderen Privilegien ausgestatteter Beruf.

Körung

dazu gehören eine eingehende Untersuchung bestimmter Körpermerkmale der Bienen und Drohnen (wie z.B. Panzerzeichen, Filzbindenbehaarung, Haarlänge und Cubitalindex) und das Erfassen ihrer Leistung, um zu einer sicheren Aussage über die Rassereinheit und die Nachzuchtwürdigkeit  zu gelangen; Die Ergebnisse der Körung werden in einem Körbericht niedergeschrieben. Die auf den Belegstellen stehenden Vatervölker sind immer gekört;

Kotflecken

auf der Stirnseite der Beute und vor allem auf den Waben legen den Verdacht auf Krankheiten (Ruhr, Nosematose) oder eine Beunruhigung der Völker während der Winterruhe hin.

Krabbler

flugunfähige Bienen am und vor dem Flugloch; deutet auf einen Befall mit der Nosematose hin;

Krämer-Platte

eine Applikationsform der Ameisensäure gegen die Varroamilbe, welche von Kurt Krämer entwickelt wurde, jedoch nie die Zulassung als Tierarzneimittel erlangte;

Krankheiten

es wird zwischen Brutkrankheiten und Krankheiten der erwachsenen Biene unterschieden; auch der Befall von Parasiten kann dem Bienenvolk (und auch dem Imker) Probleme bereiten;

Kreuzklemme

eine besondere Form der Abstandsregelung bes. bei Zanderrähmchen

Kunstschwarm

auch Kehrschwarm oder Fegling genannt;
Neben dem Ableger eine weitere Möglichkeit der Jungvolkbildung; wird auch als  sehr sichere Methode des Zusetzens einer fremden (aus eigener oder fremder Zucht stammenden) begatteten Königin angesehen. Dazu werden möglichst Jungbienen von Brutwaben in einen dafür geeigneten Feglingskasten abgefegt, natürlich ohne die Königin. Fühlt sich der Kunstschwarm in der Kiste weisellos, hängt man die junge Königin im Käfig (mit Zuckerteigverschluss) in den Kasten und stellt ihn für 3 Tage an einen kühlen und dunklen Ort. Während der Zeit der "Kellerhaft" wird der Kunstschwarm (flüssig) gefüttert. Die Bienen bilden um den Käfig mit der Königin herum eine (Schwarm-)Traube und befreien die Königin. Der Kunstschwarm wird dann wie der Naturschwarm einlogiert.
An Faulbrut erkrankte Völker können über die Bildung von Kunstschwärmen saniert werden.

Kuntzsch

Max, (1851 - 1919); entwickelte die nach ihm benannte Beute (Hinterbehandlung), den Kuntzsch-Zwilling und schuf das ursprünglich trapezförmige, später rechteckig standardisierte Rähmchenmaß "Kuntzsch-Breitwabe" 33 x 25 cm