Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Haarlänge

Die Länge des Überhaars der Arbeitsbienen ist ein Kriterium zur Bestimmung der Bienenrasse;

Haemolymphe

Blutflüssigkeit der Biene; >Varroa

Halbwabe

oft als Dickwabe ausgebildete Wabe im Honigraum mit halber Höhe des normalen Rähmchens (Standmaß)

Hantelindex

Neben dem Cubitalindex wichtigstes Merkmal zur Rassetrennung

Haupttracht

Tracht, welche den Hauptertrag für den Imker einbringt

Heideimkerei

Spezialbetriebsweise des Heideimkers (Lüneburger Heide) zur Nutzung der Heidetracht; der Heideimker überwintert nur eine relativ geringe Zahl von Bienenvölkern und treibt diese dann in extremer Weise zum Schwärmen, so dass sich die Völkerzahl bis zur Heideblüte vervierfachen kann. Die überzähligen Bienenvölker werden dann nach der Heidetracht abgetrommelt und als nackte Heidevölker verkauft. Heidehonig ist wegen seiner Konsistenz nur schwer schleuderbar und wird deshalb auch als Scheibenhonig (Wabenhonig) angeboten.

Herbizid

Unkrautvernichtungsmittel >Bienenschutzverordnung

Hinterbehandlungsbeute

Sammelbegriff für eine im deutschsprachigen Raum früher am weitesten verbreitete Form der Beute, bei der der Bienenkasten von hinten (Türchen) zu öffnen war und die Waben nach hinten entnommen werden konnten; meistens bestand die Hinterbehandlungsbeute aus mehreren Etagen, wobei die oberste (Honigraum) durch ein Absperrgitter vom übrigen Raum abgeteilt war. Vorteil: Beute ist stapelbar (Bienenhaus, Wanderwagen) Nachteil: der fest definierte Raum lässt sich nicht erweitern und somit optimal der Volksgröße anpassen. >Blätterbeute

HMF

Abkürzung für Hydroxymethylfurfural; Zwischenprodukt, welches entsteht, wenn Honig zu hoch erhitzt oder unsachgemäß gelagert wurde; Laut Lebensmittelgesetz ist ein HMF-Gehalt von 40 ppm zulässig

Hochwabe

im Gegensatz zur  Breitwabe hat die Hochwabe die Form eines stehenden Rechtecks; heute noch verwendet in manchen Trogbeuten;

Hoffmann-Seitenteil

auch Hoffmann-Schenkel; besonders geformte Seitenteile des Rähmchens; Sie sind 35 mm breit und gehen nach etwa einem Drittel in einen 27 mm breiten Teil über. Aus Stabilitätsgründen werden sie vorteilhaft aus Hartholz gefertigt;

Hofstaat

Die Königin wird ständig von Bienen, dem sog. Hofstaat umgeben, die sie zum einen versorgen und pflegen, zum anderen die begehrte  Königinnensubstanz abnehmen.

Honig

laut Lebensmittelverordnung ist Honig ein "flüssiges, dickflüssiges oder kristallines Lebensmittel, das von den Bienen erzeugt wird, indem sie Blütennektar, andere Sekrete von lebenden Pflanzen oder auf  lebenden Pflanzen befindliche Sekrete von Insekten aufnehmen, durch körpereigene Sekrete bereichern und verändern, in Waben speichern und dort reifen lassen";
Laut Honigverordnung dürfen dem Honig keine fremden Stoffe zugesetzt oder honigeigene entzogen werden.
Die Honigverordnung stellt auch qualitative Mindestanforderungen an den Honig, die aber von den Imkern, die dem Deutschen Imkerbund angeschlossen sind, noch übertroffen werden.
Je nach Gewinnungsart unterschiedet man: Schleuderhonig, Scheiben- oder Wabenhonig, Seimhonig, Stampf- oder Presshonig

Honigabfüllen

Nach der Schleuderung und dem anschließenden Klären es Honigs wird dieser in kleinere Verkaufsgebinde (Gläser: meist 500 g, 250 g oder Eimer 2,5 kg) abgefüllt.

Honigaufsatz

Zarge (auch als Halb- oder Flachzarge) mit (unbebrüteten) Waben; wird dem Bienenvolk beim Einsetzen der Tracht (meist in Kombination mit einem Absperrgitter) aufgesetzt; schafft den Bienen Platz, um den Honig lagern können; wird spätestens beim Abschleudern wieder abgenommen; Hinterbehandlungsbeuten besitzen einen festen Honigraum;

Honigblase

Die Biene saugt mit dem Rüssel den Nektar bzw. Honigtau aus der Trachtquelle und speichert dieses Sammelgut in der Honigblase. Fassungsvermögen: ca. 50-60 mm³. Was die Biene für sich selbst benötigt, gelangt von dort in den Mitteldarm (Magen). Nach ihrer Rückkehr in den Stock gibt die Sammelbiene den Inhalt der Honigblase an die Stockbienen ab. Der Ventiltrichter verhindert, dass das Sammelgut mit Verdauungsstoffen der Honigbiene "verunreinigt" wird.

Honigernte

Sind die Honigwaben gefüllt, der Honig reif, dann werden sie vom Imker entnommen, im Schleuderraum entdeckelt  und anschließend geschleudert. Dies alles geschieht unter Beachtung strenger hygienischer Vorschriften. >Wassergehalt >Honigschleuder >"kalt geschleudert"

Honigerwärmung

Honig sollte niemals über 40° C erwärmt werden. Auch eine Dauererwärmung, selbst wenn die Temperatur deutlich unter der 40°-Marke bleibt, schädigt den Honig. Dies ist u. a. am deutlich erhöhten HMF-Gehalt nachprüfbar.

Honigglas

Seit 1925 wird Echter Deutscher Honig nach den strengen Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes e.V. schonend gewonnen und im Imker-Honigglas des D.I.B. abgefüllt. >Imker-Honigglas

Honiglagerung

Die Honiglagerung hat so zu erfolgen, dass eine nachteilige Beeinflussung des Honigs ausgeschlossen ist. D.h. konkret: Honig darf nur in Gefäßen aufbewahrt werden, die für die Lagerung von Lebensmitteln geeignet sind (z.B. Glas, Behälter aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff). Diese müssen, da der Honig hygroskopisch ist, dicht schließen. Der Honig zieht auch leicht Gerüche aus der Umgebung an. Deshalb müssen die Lagerräume frei von starken Fremdgerüchen sein.

Honigleistung

Neben einigen anderen ist die Honigleitung eines Volkes bzw. einer Linie ein wichtiges Kriterium für die Selektion in der Imkerei

Honiglikör

eine Mischung aus Honig, Wasser und Alkohol; bekannt als "Bärenfang"

Honigraum

der für die Königin unzugängliche Teil der Beute, in dem die Bienen den Honig ablagern > Honigaufsatz

Honigraumfreigabe

Mit Beginn der ersten Tracht benötigen die Bienen Platz zur Ablagerung des Honigs; der "Hinterbehandlungs- und Lagerbeuten-Imker" öffnet den Bienen den Weg in den fest mit dem Brutraum verbundenen Honigraum, der "Magazin- und Trogbeuten-Imker" setzt zu dem Zweck den Honigaussatz nur auf;

Honigreife

Die Reife ist dann erreicht, wenn der Wassergehalt deutlich unter 18% gesunken ist. Dieser kann mit Hilfe eines Refraktometers ermittelt werden;
Die oft geäußerte Faustregel - mindestens 2/3 der Zellen sollten gedeckelt sein - ist äußerst ungenau und wird nicht mehr empfohlen, da erfahrungsgemäß gedeckelter Honig je nach den Trachtbedingungen einen höheren Wassergehalt aufweisen kann, als der Honig in den noch offenen Zellen. Zur Ermittlung der Honigreife ist die sog. Spritzprobe deutlich besser geeignet.

Honigschleuder

Gerät, bestehend aus einem Kessel und einem darin drehbar installierten Wabenkorb, der die entdeckelten  Honigwaben aufnimmt. Sobald der Wabenkorb in Bewegung gesetzt wird, spritzt der Honig wegen der nun wirkenden Zentrifugalkraft an die Wand des Schleuderkessels, läuft dort herab und sammelt sich schließlich am Boden. Von dort fließt der Honig durch einen Hahn in ein geeignetes Unterstellgefäß. Auf dem Markt sind Tangentialschleudern (auch als Selbstwendeschleuder)  mit einem Fassungsvermögen von 3 - 8 Waben und  Radialschleuden mit einem Fassungsvermögen von 12 bis 48 Waben. Die Honigschleuder wurde von Franz Hruschka erfunden und 1865 erstmals der Imkerschaft vorgestellt.

Honigsorten

Je nach Herkunft des eingetragenen Nektars oder Honigtaus gibt es verschiedene Honigsorten, die sich in ihrer Zusammensetzung, dem Aussehen und Geschmack unterscheiden. Durch eine Analyse des im Honig enthaltenen Pollenspektrums (Mikroskop)  lässt sich die Sorte einwandfrei bestimmen. >Honig

Honigtau

Unter Honigtau versteht man die zuckerhaltigen Ausscheidungen verschiedener pflanzensaugender Insekten (Blatt- und Rindenläuse). Es ist der Ausgangsstoff, aus dem die Bienen den beliebten Waldhonig (Honigtauhonig) machen. Die Läuse (Lachniden, Lecanien) saugen den Siebröhrensaft der Bäume, der neben Zucker auch Eiweiß und stickstoffhaltige Verbindungen enthält. Letztere sind es vor allem, die die Pflanzensauger benötigen und aus dem Siebröhrensaft herausfiltern. Das überschüssige Wasser und der darin enthaltene Zucker wird am eigentlichen Verdauungstrakt der Tiere vorbeigeschleust und als Honigtau ausgeschieden. Die winzigen Tröpfchen sammeln sich auf den Nadeln oder Blättern der Bäume, von wo ihn die Bienen aufnehmen.

Honigverflüssigung

Erwärmt man den kandierten (festen) Honig vorsichtig (im Wasserbad) auf max. 40° C, wird er wieder flüssig. Keinesfalls sollte man zum Verflüssigen des Honig, diesen in die Mikrowelle stellen. Das schädigt den Honig nachweislich. > Honigerwärmung

Honigverordnung

Verordnung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft 

Honigwabe

Wabe, die überwiegend mit Honig gefüllt ist; Sie wird bei der Honigernte entnommen und deshalb keinesfalls Brut enthalten darf. >Absperrgitter >Pollenwabe, >Futterwabe, >Backenwabe

Hormone

Botenstoffe, die in meist speziellen Drüsen gebildet werden. Über die Blutbahn werden diese im Körper verteilt und entfalten ihre Wirkung dann in Zielgeweben oder Organen, die wegen der vorhandenen "Empfängerantennen", den Rezeptoren in der Lage sind, die Hormonsignale wahrzunehmen und umzusetzen. Bei Insekten sind es vor allem zwei Hormone, die bei der Larven- und Puppenentwicklung, das Wachstum, die Häutungsvorgänge und die Umwandlung zur Adultgestalt (Imago) koordinieren. >Juvenilhormon >Ecdyson

Hornisse

Wespenart

Hruschka

Franz Edler von Hruschka (1819 - 1888), gilt als der Erfinder der Honigschleuder

Hypopharynxdrüse

Futtersaftdrüse im Kopf der Arbeiterin