Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Fangwabe

befindet sich nur ein Wabe mit offener Brut im Volk, so sind die Varroamilben gezwungen, zur Vermehrung die Zellen auf dieser Wabe kurz vor dem Verdeckeln aufzusuchen. Entfernt der Imker diese eine Wabe nach der vollständigen Verdeckelung wieder aus dem Volk, so entnimmt er damit auch die in den Zellen "gefangenen" Varroamilben. >Bannwabe

Faulbrut

amerikanische (früher: "bösartige") Faulbrut; äußerst ansteckende, meldepflichtige Brutkrankheit, hervorgerufen durch den Paenibacillus larvae; zur Sanierung werden mit den Bienen Kunstschwärme gebildet.
europäische (früher: "gutartige") Faulbrut; wird durch verschiedene Bakterien (Bacillus alvae, verschiedene Streptococus-Arten) hervorgerufen. (nicht meldepflichtig), Selbstheilung


Feglingkasten

auch Kunstschwarmkasten; einfache Holzkiste mit Flugloch, Lüftungsgitter, Futteröffnung und einer Zusetzöffnung für die Königin; findet auch als Schwarmfangkiste Verwendung

Fett-Eiweiß-Polster

Speicherorgan für Reservestoffe der Honigbiene; die Winterbienen verfügen über einen gut ausgebildeten Fett-Einweißkörper, Im zeitigen Frühjahr werden diese Reservestoffe mobilisiert um die neu angelegte Brut zu ernähren

Figurenstock

oder Figurenbeute; meist aus einem Baumstamm ausgehöhlte und außen kunstvoll beschnitze Art einer Klotzbeute;

Filzbinden

Körperbehaarung der Biene auf dem Hinterleib; zur Rassebestimmung wird sowohl die Farbe als auch die Breite der Filzbindenbehaarung der Arbeitsbienen herangezogen; >Körung

Finisher

Endpflegevolk bei getrennter An- und Endpflege in der Königinnenzucht >Endpflege >Starter

Flachzarge

nur ca. 160 mm hohe Zarge im Magazinbetrieb; Ihr Einsatz bedingt eine eigene Betriebsweise, die Flachzargenbetriebsweise.

Flügelindex

neben dem Cubitalindex geben noch andere Merkmale des Flügelgeäders der Biene Aufschluss über den Grad der Reinerbigkeit; Radialindex, Präcubitalindex, Hantelindex und die Discoidalverschiebung >Körung

Flugkreis

auch Flugradius; Sammelbienen legen bei Trachtflügen je nach Witterung, Jahreszeit, Geländeformation und Trachtangebot unterschiedliche Entfernungen zurück; bis zu 1 km lohnt es sich noch gut für die Bienen, bis zu 2 km nur noch mäßig; Werden Völker an einen anderen Standort gebracht, so muss die Entfernung zum alten Platz mindestens 3 besser 5 km betragen, andernfalls die bereits eingeflogenen Bienen wieder an den alten Platz zurückkehren

Flugling

wird ein Volk oder nur ein Teil dessen auf kurze Entfernung an einen anderen Platz verstellt, dann fliegen alle Flugbienen an den "alten" Platz zurück und bilden dort einen Flugling. In dem verstellten Volk(-steil) bleiben die restlichen Pflege- oder Ammenbienen zurück (Brutling, Restvolk) Wird als Maßnahme der Schwarmverhinderung (Zellenflugling oder Königinnenflugling) angewandt.

Flugloch

(ganzjährig geöffnete) Ein- und Ausflugöffnung an der Beutenvorderseite

Fluglochbeobachtung

eine elegante Möglichkeit, am Verhalten der Bienen am Flugloch auf den Zustand des Volkes schließen zu können, ohne dabei die Beute öffnen zu müssen; gehört eigentlich an den Anfang einer jeden Durchsicht der Völker

Flumetrin

künstliches Pyrethroid; fettlöslicher Wirkstoff in Varroabekämpfungsmitteln;

Fluvalinat

künstliches Pyrethroid; fettlöslicher Wirkstoff in Varroabekämpfungsmitteln;

Freiaufstellung

Vor allem Magazinbeuten werden heutzutage meistens frei aufgestellt. Dazu werden einfache Unterlagen aus Betonsteinen und einer Balkenauflage erstellt, worauf die Bienenvölker ihren Platz finden. Durch einen Außendeckel wird das Eindringen von Niederschlagswasser (Regen, Schnee) verhindert. >Bienenhaus

Freiständer

Dient der Unterbringung von Bienenvölkern, meist in Trogbeuten, die nicht frei aufgestellt werden können und wenn kein Bienenhaus zur Verfügung steht. >Freiaufstellung

Freudenstein

Heinrich, (1863 - 1935) Lehrer, Berufsimker; propagierte als erster die Zuckerfütterung, >Ruhr; entwickelte ein besonders kleines Rähmchen (33,8 x 20 cm), welches gedacht war für geringe Trachten, heute nicht mehr gebräuchlich.

Frisch

Karl von; (1886 - 1982); Entdecker der Tanzsprache der Bienen; Nobelpreis 1973;

Fructose

Fruchtzucker; ein Einfachzucker, neben der Glucose ein weiterer Hauptbestandteil des Honigs

Frühjahrsentwicklung

auch "Durchlenzung", Zeitspanne von der Auswinterung bis zur Honigraumfreigabe; für das Bienenvolk eigentlich die kritischste Zeit des Jahres.

Frühtracht

Bezeichnung für die erste Tracht  mit anschließender Honigernte des Jahres; im Allgäu ist dies die Löwenzahntracht (Ende April bis Mitte/Ende Mai), andernorts die Raps- und auch die Obstblüte,

Fungizid

Stoff zum Abtöten von Pilzen; >Bienenschutzverordnung

Futteraufsatz

Teil der Beute, bestehend aus einer meist flachen Schale, die zur Verfütterung großer Mengen (5 - 10 l) Flüssig- oder Teigfutters dient; >Winterfutter

Futtertasche

Fütterungseinsatz im Bienenkasten, welcher statt einer oder zweier Waben ins Volk gehängt wird und worin Futter (flüssig oder als Futterteig) den Bienen verabreicht werden kann; >Ableger

Fütterung

um nach der Honigentnahme ein Verhungern seiner Völker zu verhindern. Wir unterscheiden: Einfütterung (Wintereinfütterung) findet statt in den Monaten August und September; die Bienen lagern das ihnen gebotene Futter in den Waben ein. Notfütterung (im Februar, März) falls das eingelagerte Winterfutter zur Neige geht und ein Verhungern des betreffenden Volkes droht; die teilweise heute noch propagierte  Reizfütterung hat sich in umfangreichen Versuchen als unwirksam erwiesen; Trachtlückenfütterung in dem Zeitraum nach Ende einer Tracht (Honigernte) und dem Einsetzen einer weiteren Tracht

Futterwabe

mit Honig oder Winterfutter gefüllte Wabe, die von überversorgten Völkern stammt und "bedürftigen" Völkern oder Ablegern als Futter gegeben werden kann, (Notfütterung)
>Honigwabe, >Pollenwabe, >Backenwabe