Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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D.I.B.

Abkürzung für "Deutscher Imkerbund e.V."; größter Dachverband der deutschen Imker; vertritt die Interessen von über 80.000 Imkern, Sitz in Wachtberg bei Bonn; überwacht u. a. durch strenge Kontrollen, ob die Richtlinien des D.I.B. von den Imkern auch eingehalten werden.

Dadant

Charles (1817 - 1902); einer der berühmtesten amerikanischen Bienenforscher; entwickelte die nach ihm benannte Dadant-Beute (Rähmchenmaß: 46 x 27 cm)

Dampfwachsschmelzer

Gerät für eine effektive Wachsgewinnung aus Altwaben mit guter Wachsausbeute

DBIB

Abkürzung für den Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund e.V.

Deckel

Teile der Oberbehandlungsbeuten (Magazin). Der Innendeckel besteht aus wärmedämmendem Material und schließt die Beute oben ab. Der Außendeckel dient bei der Freiaufstellung als Wetterschutz.

Demaree

Amerikaner, der die nach ihm benannte Methode der Schwarmverhinderung durch Brutdistanzierung entwickelt hat.

Desensibilisierung

Allmähliche Gewöhnung eines allergisch reagierenden Körpers an den die Allergie auslösenden Stoff; wird auch erfolgreich bei Bienengiftallergien angewandt

Diastase

stärkespaltendes Enzym, Bestandteil des Honigs, wärmeempfindlich und deshalb ein guter Indikator zur Beurteilung der Naturbelassenheit des Honigs;

Dickwabe

findet ausschließlich als Honigwabe und dann überwiegend als Halbwabe Verwendung; Abstand von Mittelwand zu Mittelwand ist hier durch die Verwendung breiterer Rähmchen-Seitenteile auf bis zu 45 mm statt der sonst üblichen (natürlichen) 35 mm vergrößert;

Drahten

Durch das Einziehen eines Drahtes in die Rähmchen bekommen die Waben mehr Stabilität.

Drohn

der Drohn; männliche Biene, die aus einem unbefruchteten Ei entsteht (Parthenogenese). Von Mai bis Juli befinden sich mehrere Hundert Drohnen in einem Bienenvolk. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zum fertigen Drohn beträgt 24 Tage. Erst ca. 10 - 14 Tage nach dem Schlüpfen ist der Drohn geschlechtsreif. Bei der Paarung gibt der Drohn seinen Samenvorrat an die junge Königin ab und stirbt danach. "Überschüssige" Drohnen werden gegen Ende der Sommertracht (August) nicht mehr weitergepflegt und aus dem Stock getrieben. >Drohnenschlacht

Drohnenbrutentnahme

regelmäßiges Ausschneiden und Vernichten der gedeckelten Drohnenbrut ist eine wirksame Maßnahme zur Verminderung der Anzahl der Varroen im Volk. >Varroabekämpfung

Drohnenbrütigkeit

Zustand eines Bienenvolkes, wenn der Samenvorrat der Königin aufgebraucht ist oder die Königin nicht begattet wurde und diese nur unbesamte Eier legen kann. Aus diesen entstehen stets Drohnen. >Buckelbrut

Drohnensammelplatz

Bestimmte Punkte im Gelände, an denen sich die Drohnen und die jungen brünstigen Königinnen zur Begattung treffen; bevorzugte Flughöhe: 10 - 20 m; > Belegstelle

Drohnenschlacht

Am Ende des Bienensommers werden die Drohnen nicht mehr länger in den Völkern geduldet und notfalls aus dem Stock gezerrt. >Drohnen

Drohnenwabe

ein leeres Rähmchen, welches ins Volk gehängt wird, bauen die Völker mit Naturbau aus. Dieser besteht meistens aus Drohnenbau, d.h es werden dort Drohnenzellen (Durchmesser von 6,9 mm) aufgezogen. >Drohnen

Duftdrüse

Nassanoffsche Drüse, Sterzeldrüse. Der Duft dieser Drüse dient der Orientierung der heimkehrenden Sammlerin sowie auch beim Zusammenschluss eines Schwarmes. Die Bienen stülpen beim "Sterzeln", wie es der Imker nennt, die am hinteren Rand des Hinterleibes befindliche Drüse nach außen, strecken dabei ihren Hinterleib schräg nach oben und fächeln den Duft der Drüse mit ihren Flügeln den ankommenden Bienen entgegen.

Durchlenzung

Die Zeit der Frühjahrsentwicklung des Bienenvolkes vom Ende des Winters (Winterruhe) mit dem Reinigungsflug und dem Wiederbeginn der Bruttätigkeit bis hin zur ersten Tracht und der "Honigraumgabe".

Durchsicht

Um den Zustand der Bienenvölker zu beurteilen und ggf. Maßnahmen zur Völkerführung zu ergreifen, muss der Imker seine Völker "durchsehen". Dabei zieht er, je nach Witterung und Jahreszeit eine oder mehrere Waben und beurteilt anhand des sich ihm bietenden Bildes den Zustand des Volkes. Oft ergibt sich aber auch schon durch eine gezielte Fluglochbeobachtung ein sehr genaues Bild über den Zustand des Volkes.

Dzierzon

Dr. h. c. , Johann, 1811 - 1906; Pfarrer; imkerte zunächst in Strohkörben und Klotzbeuten, später im Christ'schen Magazin; verbesserte die Betreibsweise durch Einführung von beweglichen Holzleisten mit Wachstreifen (später Oberträger des Rähmchens), dem ersten Schritt zum  Mobilbau; wandte sich dem Magazin aber wieder ab und entwickelte die erste Hinterbehandlungsbeute mit beweglichen Waben (Lagerbeute); führte in großem Stil die Italienerbiene in Deutschland ein; Entdecker der Parthenogenese bei den Bienen; Universität München ernannte ihn zum Ehrendoktor; veröffentlichte seine Erkenntnisse in diversen Bienenzeitungen und Büchern;