Bienenwachs

Im Gegensatz zum Honig, dessen Ausgangsstoffe, Nektar und/oder Honigtau, die Bienen in der Natur sammeln, erzeugen Sie das Bienenwachs selbst. Sie errichten daraus den gesamten Wabenbau und verwenden es auch zum Verschließen der mit Honig gefüllten Zellen.

Die Baubienen hängen reglos in der Bautraube und von Zeit zu Zeit erscheint ein Wachsplättchen an den Wachsspiegeln. Diese befinden sich auf der Unterseite des Hinterleibs. Die winzigen Wachsplättchen werden mit den Mandibeln durchgeknetet und mit einem Sekret der Oberkieferdrüse vermischt. Dadurch wird es geschmeidig und eignet sich zum Bau der Zellen. Gewöhnlich entwickeln sich die Wachsdrüsen bei den Bienen erst nach dem 10. Lebenstag. Die Produktion ist bei den 13 bis 18 Tage alten Bienen am größten. Für 1 kg Wachs sind etwa 4 Millionen Wachsplättchen notwendig. Wenn die Wachsplättchen an den Wachspiegeln erscheinen, sind sie, je nach Tracht, fast weiß, erst später bekommt es durch Auifnahme von Pollenöl, einem Inhaltsstoff des Blütenpollens die typische Gelbfärbung. Im Verlauf der Bruttätigkeit gelangen eine Fülle weiterer Stoffe in das Wachs, so dass es dunkler wird.

Von Natur aus errichten die Bienenvölker ihren gesamten Wabenbau selbst. Ausgehend von einer Mittelwand bauen sie Zellen nach beiden Seiten. Die Zellen stehen dabei ein wenig nach oben geneigt. Der vollständige Naturbau ist heute in der Imkerei eher eine Seltenheit. Meist gibt der Imker den Bienen vorgefertigte Mittelwände, an denen sie nur noch die vorgeprägten Zellen auszubauen haben. Arbeiter- und Drohnenzellen unterscheiden sich im Zellendurchmesser (Arbeiter: 5,4 mm; Drohnen 6,9 mm).

Die Zellen werden sowohl als “Kinderstube” (Brutzellen) als auch als “Vorratsbehälter” für Honig und Pollen verwendet. Das Bienenvolk baut nicht das ganze Jahr über an seinem Wabenbau, sondern nur in der Zeit von etwa Mitte April bis Ende Juni. Eine Ausnahme bilden lediglich die Schwärme, die auch noch später bauen. Im allgemeinen gilt, dass die Völker besser bauen, wenn gerade eine Tracht herrscht oder wenn sie gefüttert werden. Brutwaben werden mit der Zeit im Bienenvolk immer dunkler. Das liegt daran, dass jedes Mal, wenn eine Biene schlüpft, der Puppenkokon in der Zelle bleibt.

Alte Waben, die nicht mehr im Volk verwendet werden sollen, werden nicht weggeworfen, sondern man gewinnt aus ihnen das wertvolle Bienenwachs zurück.