Generation21 - imkern mit Zukunft

Die Imkerei ist derzeit geprägt von ständiger Dynamik und Veränderung, sowie einer neuen Imker-Generation, der sogenannten Wissensgesellschaft. Die Vereine müssen jetzt frühzeitig auf diese neue Herausforderung antworten und zukünftig das lebenslange Lernen seiner Imker unter Nutzung unterschiedlicher Lernkonzepte fördern.

Bild: A. Titz - Generation21 - imkern mit Zukunft - gemeinsam haben wir mehr Erfolg

was bedeutet moderne Imkerei?

Moderne Imkerei bedeutet:

  • gemeinsam imkern
  • gemeinsam lernen
  • gemeinsam Probleme lösen
  • sich gegenseitig unterstützen

Nur in der Gemeinschaft haben wir die Möglichkeit, vielseitig, wirtschaftlich und erfolgreich zu imkern. Viele Probleme können sofort erkannt und gelöst werden. Dazu gehört auch eine Änderung der Schulungskonzepte. Die neue Imker-Generation hat keine Zeit für "Spielereien". Wir müssen wieder lernen "einfach imkern". 

 

Bild: A.Titz - Regelmäßige Vereinsschulungen sind wichtig - die neue Imker-Generation möchte informiert werden.

Informationen für die Imker

Wir haben nichts zu verschleudern

Die bayerischen Imker liegen mit dem Honigpreis unter dem bundesweiten Durchschnitt - Bieneninstitut Mayen legt die Zahlen vor

Bild: A.Titz - Der Honigpreis ist eine Anerkennung für eine Leistung und er hat somit eine Botschaft.

Jetzt beginnt wieder für viele Imker nach der eingetragenen Honigernte die Vermarktung. Doch für welchen Preis findet die Honigvermarktung statt? Die einfachste und vielfach betriebene Methode ist, den schon getesteten Preis von den Kollegen zu übernehmen. In vielen Regionen haben sich seit Jahren Niedrigpreise zementiert, die weder durch schlechte Qualität noch durch niedere Einkommen gerechtfertigt sind. Mancher Imker geht mit Billigpreisen auf Kundenfang. Doch Markenqualität, die billiger ist als gewohnt, macht Kunden misstrauisch. Das sich billiger Honig langfristig schlechter verkauft, sieht man an Sortenhonigen. Sie sind relativ teuer und trotzdem als erste ausverkauft. 

Bei der Umfrage des Bieneninstitutes Mayen zum Honigpreis liegt Bayern mit einem Preis von 4,42€ für Blütenhonig und 4,52€ für Sommertrachthonig im Mittelfeld. Der aktuelle durchschnittliche Preis für 500g Blütenhonig liegt im bundesdurchschnitt bei 4,56€ und bei Sommertrachthonig bei 4,60€. Betrachtet man die einzelnen bayerischen Regionen, verschleudert derzeit die Oberpfalz mit einem Preis von 3,98€ ihren Honig. Mit einem Preis von 4,82€ nzw. 4,99€ liegt Oberbayern an der Spitze.

Es verwundert schon: Da sprechen wir Imker einerseits von der hohen Qualität unseres Honigs und gleichzeitig findet man immer Honige die unter 4,00€ angeboten werden.

Wirtschaftlich und modern imkern bedeutet auch einen vernünftigen Honigpreis zu erzielen. Woran mag es liegen, dass "Echter Deutscher Honig" im mittleren Preissegment liegt? Viele Imker kennen ihre Produktionskosten nicht und setzen daher ihren Wert des Honigs zu gering an.

Wie man seine Produktionskosten einfach berechnet, dazu in Kürze mehr.

 

Was tun gegen Wachsmotten?

Nur die richtige Kombination schützt vor Mottenbefall

Bild: A.Titz - Wer nicht aufpasst, den erwischt es schnell mit dem Wachsmottenbefall.

Wachsmotten sind die wichtigsten Vorratsschädlinge in der Imkerei. Sie leben von Brut- und Pollenrückständen in den Waben, weshalb sie in der Regel keine hellen Waben und Mittelwände befallen. Da sie ihre Aktivitäten erst über 9 Grad entwickeln, ist kühle Lagerung ein probater Mottenschutz. Kombiniert man niedrige Temperatur und Luftzug, kommt man evtl.  ohne weitere Mottenbekämpfung aus, muss dann aber regelmäßig kontrollieren. erneuter Mottenbefall verrät sich am schnellsten durch die Kotspuren auf einer untergelegten Gemülleinlage.

Am häufigsten wird die Begasung mit Schwefel angewendet. Da sie nicht auf die Motteneier wirkt, muss sie möglichst zweimal in Abständen von 3 Wochen wiederholt werden um eine gute Mottensicherheit zu erzielen.

Bewährt hat sich die Kombination mit Schwefel und Essigsäure. Hier hat sich die 60%ige Essigsäure bestens bewährt. Sie tötet die Motteneier und nebenbei auch die Nosemasporen ab. Auch die 85%ige Ameisensäure hat eine ähnliche Wirkung. 

Bild: A.Titz - Die Behandlung der Waben mit Essigsäure hilft gegen die Wachsmotteneier.

Am besten verdunstet man die Säuren mit getränkten Schwammtüchern, die man zwischen jede zweite Zarge und oben auf den Wabenstapel legt, der unten und oben gut verschlossen wird. Die Stapel sollten nicht zu hoch gestapelt und jederzeit zur Kontrolle und Nachbehandlung zugänglich sein. Je Zarge sind etwa 30ml Essigsäure oder 12ml Ameisensäure notwendig.   

 

  • Arbeitsschutzvorschriften beachten ( Schutzbrille und Schutzhandschuhe )

Ist die Säure verdampft und können wieder Motteneier abgelegt werden, beginnt es bei hohen Temperaturen im Wabenlager schnell wieder zu krabbeln. Daher unbedingt regelmäßig kontrollieren und notfalls nachbehandeln. Die Nachbehandlung in der Kombination Schwefel und Essigsäure kann unbedenklich oft wiederholt werden.  

Zahl der Imker stieg in Bayern um 10 Prozent

Eigene Bienen liegen im Trend!

Bild: A.Titz - Öffentlichkeitsarbeit beim Tag der offenen Imkerei in Veitshöchheim

Um zehn Prozent stieg die Zahl der Imker in Bayern in den vergangenen fünf Jahren. Das teilte das Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau aus Veitshöchheim mit. Damit leben heute in Bayern ein Drittel der deutschen Imker und Bienenvölker. Das Fachzentrum ist derzeit für 31.000 Imkerinnen und Imker und etwa 250.000 Bienenvölker zuständig. Alleine seit 2008 verzeichnete es einen Anstieg um 3200 neue Imker.

Damit scheinen die Jahrzehnte vorüber, in denen die Imkerei der Öffentlichkeit ein Schattendasein fristete, hofft der Leiter des Fachzentrums Bienen, Dr. Stefan Berg. In den letzten Jahren scheine sich zu einer angesagten Freizeitbeschäftigung für alle Bevölkerungsschichten zu entwickeln. Dies spiegelte sich auch im Engagement öffentlicher Einrichtungen wieder.

Die Gründe für diesen Aufschwung seien vielfältig, meint Berg. Stand in der Vergangenheit die Honigproduktion im Vordergrund, so wollen heute viele Menschen einen aktiven Beitrag zur Verbesserung unserer Umwelt und zum Erhalt unserer Fauna und Flora leisten. Die Bestäubung der eigenen Obstbäume auf der Streuobstwiese oder der Beerensträucher im Garten werden ebenfalls oft als Beweggrund für den Beginn einer Bienenhaltung genannt.   

Mitten drin, statt nur dabei

Bienenschwärme hielten Imker auf Trab

Bild: A.Titz - Diese Situation erlebten die Imker dieses Jahr fast täglich.

In diesem Jahr herrschte bei den Imkern Hochbetrieb. Es war Schwarmzeit. Fast täglich erhielten die Imker Anrufe von Leuten bei denen sich ein Bienenschwarm im Garten, in Parkanlagen oder auch in Friedhöfen niedergelassen hatten. 

In der früheren Bienenhaltung (wie der Heideimkerei), wurden Bienenvölker über das Schwärmen vermehrt. Hier wollte man möglichst früh im Jahr, möglichst viele Schwärme, um viele Bienen zur Einbringung der späten Heidetracht ab August zu haben.

Bei der heutigen üblichen Betriebsweise erfolgt die Vermehrung durch gezielte Maßnahmen wie Schröpfen oder das Bilden von Ablegern. Der Schwarmtrieb dient dem natürlichen Bestreben der Honigbienen ihre Staaten durch Teilung zu vermehren. Sobald ein Bienenschwarm ausgezogen ist, gibt es dafür eine gesetzliche Regelung. Das wohl älteste, noch gültige Gesetz mit imkerlichen Inhalt ist das Bürgerliche Gesetzbuch. (§§961-964). Es klärt folgende Fragen:

  • Wann wird ein Bienenschwarm herrenlos?
  • Wie wird ein Finder zum Besitzer?
  • Was muss der Imker unternehmen, um den Anspruch am Schwarm nicht zu verlieren?

Im §962 heißt es unter anderem auch: Der Eigentümer des Bienenschwarmes darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. Im §961 ist zum Beispiel festgelegt: Zieht ein Schwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt, oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt. Gesetzwidrig handelt, wer fremdes Eigentum einsammelt.

Doch für die Imker gilt: Nicht jeder Schwarm muss gefangen werden, die eigene Sicherheit geht vor.

Liebe Imker,

sie hatten in diesem Jahr ein besonderes Abenteuer beim Einfangen eines Bienenschwarms? Dann senden Sie Ihre Geschichte mit Bild an: alexandertitz(at)t-online.de wir werden sie dann auf der Seite des LVBI unter der Rubrik "Infos für Imker" veröffentlichen.