Bienenlexikon

Liebe Imkerinnen und Imker, liebe informationssuchende Verbraucher, liebe wissbegierige Zeitgenossen,

Hier wird der Versuch unternommen, “imkerliche” Fachbegriffe rund um die Biene zu erklären und Kurzbiografien berühmter Imker, Wissenschaftler und Forscher auf dem Gebiet der Bienenzucht zu veröffentlichen.
Uns ist sehr wohl bewusst, dass dies nicht ganz leicht ist, denn einerseits sollen die Beiträge nicht zu umfangreich ausfallen, andererseits möchten wir trotzdem möglichst erschöpfend Auskunft geben. Hinzu kommt, dass uns die Wissenschaft in immer kürzeren Abständen Ergebnisse liefert, die bislang als unumstößlich geltende Grundsätze imkerlichen Wissens über den Haufen werfen.

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Bienenvolk

Alle Bienen eines Stockes bilden zusammen das Bienenvolk. Zum Bienenvolk gehören mehrere Tausend Arbeiterinnen, im Sommer einige Alle Bienen eines Stockes bilden zusammen das Bienenvolk. Zum Bienenvolk gehören mehrere Tausend Arbeiterinnen, im Sommer einige Hundert Drohnen sowie normalerweise eine einzige Königin. Gerstung prägte für das Bienenvolk in seiner Gesamtheit den Begriff "der Bien".

Bienenwachs

Baumaterial für die Waben; wird von den Bienen in den Wachsdrüsen produziert; >Wachs

Bienenweide

Sammelbegriff für alle Nektar und/oder Honigtau spendenden Pflanzen, die die Ernährungsgrundlage für die Bienen darstellen; >Tracht

Bienenwolf

Philathus triangulum; in Süddeutschland weit verbreitete Wespenart; liebt trockene, warme Standorte; frisst selbst Nektar, füttert seine Larven mit tierischer Nahrung wie Fliegen und, wie der Name schon vermuten lässt, auch Bienen; richtet an Bienenvölkern jedoch nur selten Schaden an;

Blätterbeute

oder Blätterstock; Beute einer immer mehr an Verbreitung abnehmenden Form, welche die Behandlung der Bienen nur von hinten erlaubt und in der nach Entnahme einzelner Waben, die restlichen vergleichbar den Blättern eines Buches, zur Seite geklappt (geblättert) werden können. >Hinterbehandlungsbeute

Blütenbildung

gelegentlich auftretende Erscheinung bei in Gläsern abgefüllten und dort kandierten Honigen. Es sind in dem Fall Muster, ähnlich den Eisblumen am Winterfenster, am Glas zu sehen. Es handelt sich dabei um eine natürliche und keinesfalls die Qualität beeinträchtigende Erscheinung, die darauf zurügelegentlich auftretende Erscheinung bei in Gläsern abgefüllten und dort kandierten Honigen. Es sind in dem Fall Muster, ähnlich den Eisblumen am Winterfenster, am Glas zu sehen. Es handelt sich dabei um eine natürliche und keinesfalls die Qualität beeinträchtigende Erscheinung, die darauf zurück zu führen ist, dass der Honig bei der Kandierung minimal an Volumen verliert, die Kristalle sich an den Stellen von der Glaswand lösen und heller erscheinen.

Blütenhonig

Ausgangsstoff für den Blütenhonig ist der Nektar der Blüten, ein Ausgangsstoff für den Blütenhonig ist der Nektar der Blüten, ein zuckerhaltiger Pflanzensaft, der von den Nektarien ausgeschieden wird, um die Insekten für die Bestäubung anzulocken. Blütenhonig kandiert auf Grund seines hohen Glucoseanteils relativ schnell und wird deshalb vom Imker meist in feinsteifer, cremiger Konsistenz angeboten.

Blütenstetigkeit

ddie Eigenschaft der Honigbiene, beim Sammelflug stets nur eine Blütenart zu besuchen. Damit gewährleistet die Biene das Übertragen des richtigen Pollens auf die zugehörigen artgleichen Pflanzen. >Bestäubung

Boden

unterster Teil einer Bienenwohnung, welcher bei Magazinen nicht fest mit dem Kasten, der Zarge verbunden ist und deshalb gewechselt und ausgetauscht werden kann. In jüngster Zeit setzt sich immer mehr statt des geschlossenen Bodens, dessen Unterseite aus Brettern (Kunststoffplatte) besteht, der offene Gitterboden durch. Dieser ist auf der gesamten Unterseite nur mit einem Gittergewebe (Metall- oder Kunststoff) beschlagen. Vorteil des Gitterbodens sind u. a.: problemlose unterster Teil einer Bienenwohnung, welcher bei Magazinen nicht fest mit dem Kasten, der Zarge verbunden ist und deshalb gewechselt und ausgetauscht werden kann. In jüngster Zeit setzt sich immer mehr statt des geschlossenen Bodens, dessen Unterseite aus Brettern (Kunststoffplatte) besteht, der offene Gitterboden durch. Dieser ist auf der gesamten Unterseite nur mit einem Gittergewebe (Metall- oder Kunststoff) beschlagen. Vorteil des Gitterbodens sind u. a.: problemlose Varroadiagnose, einfache Behandlungsmöglichkeit, trockene Überwinterung der Völker, die unbesetzten Waben verschimmeln nicht im Winter

Bogenschnitt

eine Methode der Königinnenzucht bzw. -vermehrung, für alle, die nicht umlarven wollen (oder können).
Von einer offenen Brutwabe aus einem Zuchtvolk  Volk wird mit einem scharfen Messer mit einem häufig bogenförmig geführten  Schnitt (daher der Name) der untere Teil  der Wabe abgetrennt. Der Schnitt wird so geführt, dass sich am unteren Rand des stehen gebliebenen Wabenstücks Zellen mit allerjüngsten Maden befinden. Diese Larven werden gerne von dem weisellosen Pflegevolk in Pflege genommen, da sie leicht umgeformt werden können. Nach dem Verdeckeln der Weiselzellen werden diese mit einem scharfen Messer abgetrennt und z.B. an einem Klemmstopfen befestigt verschult oder in einen Ableger (Begattungsableger)  zum Schlüpfen zugesetzt.

Breitwabe

Die Form der Wabe, die heute in der Magazinbetriebsweise überwiegende Verbreitung gefunden hat, entspricht einem liegenden Rechteck. >Hochwabe

Brompropylat

varroazider Wirkstoff (Akarizid) von Tierarzneimitteln (z.B. Folbex VA neu) welcher sich im Bienenwachs anreichert 

Bruder Adam

Bruder Adam, der wohl bekannteste Imker (weltlicher Name: Karl Kehrle), geboren 03.08.1898 in Mittelbiberach, gestorben 01.09.1996 in Buckfast Abbey. Er hat sich vor allem einen Namen durch seine Zucht der Buckfast-Biene und bekannte Veröffentlichenunge ("z.B. "Meine Betriebsweise:Erfolgreich imkern wie im Kloster Buckfast") gemacht.

Angeregt durch die seinerzeit in England grassierende Bienenseuche beschritt er neue Wege der Imkerei. Unterstützt durch Schriften von Armbruster Ludwig, Prof. (Bienenzüchtungskunde,1919) wandte er sich von der Reinzucht der durch Inzucht gefährdeten Honigbiene ab und war fast 80 Jahre lang "auf der Suche" (so auch der Tiltel eines seiner Bücher) nach der "idealen" Kreuzung einer Honigbiene mit den Eigenschaften Krankheitsresistenz, Charaktereigenschaft und Honigertrag.

Brut

Sammelbegriff für die Summe der sich in der Entwicklung befindlichen Bienen; als offene Brut wird Brut im Ei- bzw. Larvenstadium vor der Verdeckelung durch die Bienen genannt. Nach der Verdeckelung der Zellen spricht der Imker von gedeckelter Brut (Larve, Puppe) woraus schließlich das fertige Insekt schlüpft

Brutableger

Ableger, der mit Brutwaben und allen ansitzenden Bienen sowie einer begatteten Königin gebildet wird.

Brutdistanzierung

nach dem Amerikaner Demaree "Demaree-Plan" genanntes Verfahren zur Schwarmtrieblenkung. Kernpunkt der Brutdistanzierung ist die Trennung der gesamten gedeckelten Brut (kommt im Magazin ganz nach oben) und der offenen Brut mitsamt der Königin, die in der untersten Zarge des Magazins eingestellt wird. Dazwischen befindet sich der brutfreie Honigraum sowie eine weitere Zarge, die hauptsächlich mit Mittelwänden bestückt ist.

Brutkrankheiten

Krankheiten der Honigbiene, bei denen die Brut befallen ist

Brutnest

meist der zentrale Bereich innerhalb des Bienenvolkes, in dem die Brut meist der zentrale Bereich innerhalb des Bienenvolkes, in dem die Brut aufgezogen wird (Bruträume); dieser Bereich ist nicht statisch, sondern er passt sich den räumlichen Gegebenheiten, der Jahreszeit und dem Trachtverlauf an

Brutpflege

Summe aller pflegerischen Maßnahmen der Bienen zur Versorgung der Brut; dazu gehören hauptsächlich die Wärmung, die Fütterung der Larven sowie die Verdeckelung der Brutzellen; Ammenbienen

Brutraum

Teil der Beute, der der Königin zum Bestiften zur Verfügung steht; mit Hilfe des Absperrgitters vom Honigraum getrennt;

Brutschrank

Schrank mit konstanter Temperatur (35° +/- 0,5 °) und 50- 60% Luftfeuchtigkeit zur Aufnahme von Weiselzellen nach deren Verdeckelung bis zum Schlüpfen der Königinnen. Wird von Königinnen-Züchtern verwendet, die häufig und in großen Serien züchten. Der Kleinimker lässt die Königinnen im Bienenvolk schlüpfen. >Verschulen,

Brutwabe

eine mit Brut belegte Wabe; Die Anzahl der Brutwaben wird zuweilen zur Bestimmung der Volksstärke herangezogen. sehr ungenau! besser: Liebefelder Methode
>Honigwabe, >Pollenwabe, >Futterwabe, >Backenwabe

Buckelbrut

Drohnenbrut in den Arbeiterinnenzellen; diese entsteht, wenn der Samenvorrat der Königin erschöpft ist und sie nur noch unbefruchtete Eier legen kann, aus denen sich stets Drohnen entwickeln: Auch die sog. Afterweisel können nur unbesamte Eier legen;
der Name "Buckelbrut" kommt davon, dass die Drohnen in den Arbeiterinnenzellen nicht genügend Platz finden und die Pflegebienen diese Zellen notgedrungenermaßen mit einem erhöhten Zelldeckel versehen, der der Brut dann das höcker- bzw. buckelartige Aussehen verleiht

Buckfast

in Buckfast-Abbey (im Daartmoor, Grafschaft Devon in Süd-England) lebte und wirkte der weltberühmte Bienenzüchter Bruder Adam Kehrle, der durch langjährige Kreuzungsarbeit die nach dem Ort benannte Buckfast-Biene herauszüchtete.